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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1900-01-01 · Heft 9 · p. Seite 479

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
44 (1900)
Issue
Heft 9
Article
S. D. Luzzatto's Stellung zur Bibelkritik
Date
1900-01-01
Page
Seite 479 (sequence 20)
Language
German
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S. T) Luzzatto’s Stellung zur Bibelkribik. 479 Glaubensbrüdern mitteilen1), dass die uns von den Vätern überlieferten Schriften im Verlaufe vieler Geschlechter mit aller möglichen, ganz wunderbaren Hut bewahrt wurden, sodass es in keiner anderen Litteratur ein Werk giebt, das wie sie rein ist von Textfeldern und Varianten. Jedoch auch diese sonst unerreichte Eeinheit von allen Schlacken und Verderbnissen war bei der langen Zeit, die über unser Schrifttum hingegangen ist, unmöglich. Wie auch heute noch keine Bibel den Druck verlässt, ohne dass sich leichte Fehler darin linden, so erging es in der Vorzeit auch den handschriftlichen Werken. Nur auf zwei Dinge wollen wir sorgfältig achten, da wo wir Aenderungen im Bibeltexte veröffentlichen. Wir wollen uns zunächst hüten, ohne absolute Notwendigkeit• die Mauern der überlieferten Lesart einzureissen, ohne dass uns in Wahrheit und Aufrichtigkeit klar ist, dass die Worte des Textes, wie sie vorliegen, nicht einfach und zwanglos erläutert werden können, auch nicht, wenn wir die Bedeutungen der Worte aus den verwandten Sprachen zu ermitteln suchen. Wir wollen uns ferner hüten, unsere Emendationen in den Text aufzunehmen. Denn selbst da, wo kühne Conjecturen ganz neues Licht auf die Bedeutung der Schrift werfen, würde die geringste Unebenheit des emendierten Textes nur als Verschlechterung angesehen werden können. Diese überaus freimüthige Auffassung gilt freilich nur inner־ halb gewisser Grenzen. In den Propheten und Hagiographen haben wir allerdings das Recht, unbedenklich alles Störende aus dem Texte zu beseitigen, anders im Pentateuch. Fern sei es von uns, auch nur einen Buchstaben in der Thora zu emendieren“. Aber auch hier macht Luzzatto nicht dogmatische, sondern historische Gründe für seine ablehnende Haltung geltend. Kein Buch, so führt er aus, wurde mit solcher Sorgfalt gehütet wie der Pentateuch; zu allen Zeiten wurde er öffentlich und privatim gelesen und studiert, in einem jeden Geschlechte war sein Wortlaut dem Volke geläufig, Gelehrte und Ungebildete kannten ihn zum grössten Teil auswendig, darum war es geradezu unmöglich, dass Textfehler oder Varianten in ihn Eingang fanden, נודיע לבני ישרון כי ספרי אבותינו נשמרו במשך דורי דורית שמירר*.’נפלאה 174 .Das (* בתכלית האפשר עד כי אין בכל ספרי חכמי הגוים הקדמונים ספר נקי כמוהם משבושים וחלופי נוסחאות אפס גם זאת הנקיון הגמור מכל משחת ומום קל בעוצם הדורות אשר חלפו על ספרינו היה מן הנמנעות וכמו שאנו רואים גם היום כי אין גם אחת מן המקראות אשר בדפוס שתהיה נקיה משגיאות קלות כן קרח הדבר גם בימי קדס בספרים ב״י.

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