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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1900-01-01 · Heft 9 · p. Seite 466

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
44 (1900)
Issue
Heft 9
Article
S. D. Luzzatto's Stellung zur Bibelkritik
Date
1900-01-01
Page
Seite 466 (sequence 7)
Language
German
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m S. D. Luzzatto’s Stellung zur Bibelkritik. Wie das Alter und die Authentie verteidigt Luzzatto auch die Integrität des Pentateuch’s. Dass die Thora aus Hass gegen Christen und Christenthum absichtlich gelälscht wurde, ist als widersinnige Behauptung bekannt und einer Widerlegung nicht würdig. Eine Umarbeitung durch Esra anzunehmen, geht ebenfalls nicht an. Sofer, der Beiname Esra’s (Esra 7,6) bedeutet ursprünglich ״Zähler, Rechner1)“, (ebenso wie ספר Register heisst) später ein ״Gebildeter, Kundiger“, steht darum I Chron. 27,3*2 parallel mit איש מבין; deshalb heissen die ältesten jüdischen Schriftkundigen Soferim. Das Beiwort סופר מחיף heisst demnach nichts Anderes als ״ein geschulter Kenner des Gesetzes“, aber weder ein Schreiber, noch ein neuer Verfasser2). Man hat freilich schon im Mittelalter, und sogar in jüdischen Kreisen angenommen, dass Esra die infolge des Exils vernachlässigten Bibelhandschriften durchgesehen und den Text nach Vergleichung der Codices festgestellt habe. Aber abgesehen von der bereits durch Abarbanel und Elia Levita erfolgten Widerlegung dieser Ansicht ist es gar nicht richtig, dass der Pentateuch verloren ging oder unbeachtet blieb. Das hätte wohl mit. Büchern wie denen des Propheten Nathan u. a. geschehen können, dennoch aber haben diese sich erhalten, um wieviel mehr die Thora, die zu allen Zeiten gelesen und in einer grossen Anzahl von Exemplaren verbreitet war3). Die einzige, durch Ueberlieferung belegte Veränderung des biblischen Textes, die יתקון סופרים sind thatsächlieh nie dem Wortlaut der Bibel eingefügt worden4). Wichtiger wären die Abweichungen des Samaritanischen Targum; dass auch diese nicht auf eine andere hebräische Vorlage hinweisen, wird im Anschluss an Gesenius’ Analyse in ״De Pentateuchi Samaritani origine, indole et auctoritate“ im Einzelnen auseinandergesetzt. Die Samaritaner haben vielmehr willkürlich diese Aenderungen vorgenommen, um jeden Zusammenhang mit der traditionellen Erklärung zu beseitigen5). Ebenso wenig wie die Varianten des Samaritaners dürfen die Abweichungen der alexandrinischen Uebersetzung6) als Beweis für eine andere Gestalt des Penta- 1) vergl. II Kön. 12,11 25,19. 2) Einl. S. XI. 8) Ker. Chem. VIII, 7. ף Das. S. XIII. 6) das. XXI. 8) So schreibt Luzz. mit Bewusstsein, unter Zurückweisung der Erzählung von den 70 Uebersetzern Einl., S. XXV, Hebr. Briefe, S. 173.

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