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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1900-01-01 · Heft 8 · p. Seite 411

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
44 (1900)
Issue
Heft 8
Article
Miscellen über Saadja
Date
1900-01-01
Page
Seite 411 (sequence 12)
Language
German
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Miseellen über Saadja. 411 die der ihnen Folgenden hinfällig geworden ist1). Ebenso fasst der Fajjumite ימיט als Jahre auf, aber auch dieses ist hinfällig. Inbetreff ■מועד מועדים וחצי hat er eine sonderbare Erklärung aufgestellt, die bereits Salmon b. Jerucham widerlegt hat. Wir aber brauchen ihn überhaupt nicht zu widerlegen, da die von ihm [Saadja] berechnete Zeit ebenfalls bereits vorüber ist, ohne dass die Erlösung kam. Ebenso haben manche Karäer die Zahl 2300 als Jahre aufgefasst und sie seit dem Auszuge unserer Vorfahren aus Egypten datirt, aber auch dieser Termin ist bereits vorüber, so dass sich ihre Behauptung als unrichtig erwiesen hat2). Salmon b. Jerucham sagt nun in s. Comm. zu Ps. 74,9, dass die Erlösungszeit unberechenbar sei, zu 102,14 aber stellte er selbst eine Berechnung an, aber auch diese hat sich als nichtig erwiesen, indem das von ihm berechnete Jahr ebenfalls bereits vorüber ist. Er stimmt mit seinen Vorgängern in der Erklärung der Zahlen 2300 und 1290 überein und nimmt an, dass an letzterer Stelle □ימי Tage bedeuten. Er ist aber anderer Hinsicht inbetreff der Worte ומעת הוסר התמיד, die er auf die Zerstörung des zweiten Tempels bezieht u. s. w. 3).“ Aus den Worten, dass die von Saadja angesetzte Zeit bereits vorüber sei, erhellt, dass diese nach Jefet etwa in die Jahre 955—1000 fallen muss. Ein genaues Datum aber vermag auch er nicht anzugeben, und vielleicht war er es auch nicht im Stande. In der That sind die Worte Saadja’8, wie ich bereits hervorgehoben, durchaus dunkel. Er hält 1335 für die Hauptzahl, sagt aber nicht, seit wann ihre Zählung zu 1) Wie wir gesehen haben, ist diese Ansicht die des Salmon. 2) Auch diese Nachricht dürfte Jefet Salmon entnommen haben. 3) Jefet selbst giebt für die Erlösung kein Datum an, da dieses nach seiner Ansicht aus verschiedenen Gründen unbestimmbar sei. Schon aus diesem Grunde hätte Piuskcr ersehen können, dass die Schlussworte, nach welchen die Erlösung im J. 400 d. H. (oder dgh, s. cd. Margoliouth p. 153, n. 1) cintrcffen werde, eine in den Text eingeschlicliene Glosse ist. Jacob b Reubcn kürzt hier wie gewöhnlich die Worte Jefet’s, muss aber diese Glosse schon vor sich gehabt haben, denn er sagt: דוקרב כל תהיה הישועה בעת שיושלמו ת' שנים למלבות קרן זעירה und fügt hinzu: יוגם זה עבר s. Piuskcr, 1. c. — Die Ansicht, dass das Erlösungsjahr unbestimmbar sei, war womöglich bei den Karäern überhaupt verbreitet, und deshalb fragt vielleicht ein Anhänger dieser Secte (?) in Eliahu Rabba, Cap. XY (ed. Friedmann, p. 71); אמר לי רבי ב׳׳פ גלו ישראל אחד בבית ראשון ואחד בבית אחרון מפני מה ראשון ניתן זמן ובא ואחרון לא ניתן להן זמן רבד' (vgl. dazu Bacher, Moaatsschr. 23, 269 u. Oppenheim, בית חלסוך I, 310).

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