Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 44 (1900)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Zur Charakteristik des Levi ben Abraham ben Chajjim
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 340 (sequence 4)
- Language
- German
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340 Zu! Charakteristik des Levi bon Abraham bei! Chajjiin. dass sie überströmte, und die Welt wurde; von Gott emanirt das A11. Die Emauationstlieorie hatte zur Zeit unseres Autors Heimathsrecht in der jüdischen Religionsphilosophie ge- Wonnen. Diese geheimnisvolle neuplatonische Lehre war von einem sonst mystischen Anschauungen so zugeneigten Philosophen wie Jehuda ha-Levi auf das Entschiedenste bekämpft1) und von einem so nüchternen Denker wie Moses Maimonides zu einem integrirenden Bestandtheil seines Systems gemacht worden 2). Sie bot in der That für die damalige Philosophie die bequemste, wenn nicht die einzige Möglichkeit, die Schöpfung des Stoffes zu erklären und dadurch einerseits dem Pantlieismus, andererseits der aristotelischen Weltewigkeit zu entgehen. Aber in ihr berührte sich auch die Theosophie mit der Philosophie und sie hat die Brücke gebildet, welche viele von dieser zur Mystik hinübergeführt hat3). Mit der Emanationslehre ist die Annahme der Unvergänglichkeit des Stoffes aufsengste verknüpft, da die Notlnvendigkeit der Ursachen das Fortbestehen der Wirkung einschliesst4). 1) S. Kusari IY, 25 u. V, 14. 2) S. More II, 11 u. 12. 3) Zwischen den zehn Sephiroth und den zehn separaten Intelligenzen liess sich leicht eine Verbindung linden. S. Albe, Jkkarim 11, 11: ויקראו העלולים ספירות 4 * השכל העשירי והוא השכל הפוער והוא הספירה העשירית שיקראו שבה. S. auch oben S. 159. — Wie sehr die Lehre von den Sephiroth allgemeine Geltung erlangt hatte, kann man daraus ersehen, dass sie im Bemidbar rabba unter den Zahlenbeispiolen sich lindet, s. dort sect. XIV zu 7,80: כנגד עשרה מאמרות שנברא בהם העולם וכנגד עשר ספירות בלי נזה. Daraus, dass zwischen מאמרות und ספירות geschieden ist, könnte man vielleicht schliesscn, dass der Autor des Bern, rabba das Buch Bahir noch nicht kennt. — Dass die Schöpfung, wie cs in unserer Tcxtstclle heisst, auf einem Befehlen beruhe, ist averroistischc Anschauung, s. Albo Lkk. II, 13: אמר אבן רשר שהאל צוד, אל ההתחלות שיצוו אל הגלגלים שיתנועעו אלה התנועות ושבמצות המצוד, עמדו חשמים והארץ. Vcrgl. die vorangehende Tcxtstellc sowie Schreiner, Kalam, S. 34, Anm. 2. 4) Ganz besonders entschieden war dies von Averroes behauptet worden: s. Munk, melanges, p. 357 f sowie Schemtob zu More II, 13, wo als Ansicht des Averroes mitgetheilt wird: ראוי שתבין שזה העולם מהד,ויה וההפסד בלו מחודש זולת החמר והגשמות . . וכל הצורות והמקרים הם מחודשים ואלו יעלו אל תנועת הגרמים השמימיים ותנועה הגרמים השמימיים הם נצחיים אם כן כל מי שימצא בכאן הוא מחודש ונצחי sowie zu■ 11,14, pr. IY; החכם ב״ר אמר 1שאם היה העולם אפשרי קודם שימצא הנה יחוייב שיהיה העולם נצחי ״ כי אשר אפשר בו לקבל היצחייות אי אפשר שיהיה נפסד ולבן יאמר החכם י אם העולם אפשר שימצא נצחי מחוייב שיהיה נצחי וכו'. Diese Behauptung י des Averroes steht im Zusammenhänge mit seiner Polemik gegen Ibn Sina, der die Existenz lur ein blosses Accidens erklärt hatte, was Averroes und ihm folgend, Gersonidcs widerlegt hatte, s. Munk a. a. 0., Joel, Levi ben Gcrson, p. 70, Kaufmann, Attributcnlehre, p. 422.