Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 44 (1900)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Zur Charakteristik des Levi ben Abraham ben Chajjim
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 338 (sequence 2)
- Language
- German
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338 Zur Charakteristik des Levi ben Abraham bei! Ohajjim. unserem Autor, der darin wieder dem Maimuni folgt1), auf einem Denkfehler. An Stelle des theocentrischen Standpunktes, von dein aus allein wir eine Einsicht in das göttliche Wirken gewinnen können, nehmen viele den anthropocentrischen Standpunkt ein2) und gelangen dadurch zu Widersinnigkeiten, auf Grund derer sie dann die Annahme eines Schöpferngsactes als widersinnig hinstellen wollen. Die Kategorieen menschlicher Erfahrang werden auf das Transcendente angewendet; es ist dasselbe Verfahren, das Maimuni schon in seiner Attributenlehre zurückgewiesen hatte3). Als die Welt ins Dasein trat, ging eine Veränderung vor in Beziehung auf sie und auf uns, nicht aber in Beziehung4) auf den Schöpfer. Und ebenso waren, als הבורא הבל נמצא sowie eine von Kaufmann: Spuren Batl., p. 49 angeführte Stelle aus Kalonymos’ Königsbuch: אמרו החכמים שהבורא בכל u. ibid. מה שאמר אחד מחכמי הנצרים שהאל' מתנדב עצמו לכל מצד וכו׳. Vergl. auch Gebirol, □מקור היי ed. Munk, III, 14 : ומפני זה היה עצם השכל שוקע בפנימיות הדברים ומפלש בהם ובל שכן שיתחייב * י שיהיה כה האלוה * * מ«לש בכל vergl. Ihn Esra zn Gen. 1,26, Ex. 23,21 etc. *) S. More II, 17. Wenn L. b. A. auf diese Einwände, die durch die vorangegangenen Ansführungen schon widerlegt sind, nochmals ausführlich eingeht, so folgt er damit einem R&the Maimuni’s; s. More II, 14 (nach der Emendation in der Ausgabe van M. E. Stern f. 28 a Anm.): וזהו כמו כן קשה מאד וזהו אשר צריך כל משכיל להתירו ולהראות סוד vergl. dagegen ibid. (f. 28h): ועוד על צד ההרחקה שהם אומרים איך היה הבורא יה׳ וישת' בטל. 2) Das gleiche Argument hatte Maimuni bereits angeführt, um die anthropomorphischen Wendungen der Bibel in philosophischem Sinne zu deuten, er hatte gezeigt, dass auch viele Sätze der Schrift vom anthropocontrischen Standpunkt aus von Gott sprechen und so dem Wortlaute nach etwas von Gott, in Wahrheit etwas vom Menschen aussagen. S. oben S. 33 und die folgende Anmerkung. 8) S. oben S. 30. Es ist scholastischer Grundsatz, dass die Erforschung des göttlichen Wesens in der Explicirung des unanfechtbaren Gottesbegriffes besteht: hierauf beruht auch der Gegensatz Maimuni’s gegen den Kalam, s. More I, 71, sowie II, 17: אלא שיביא לנו ראיה ... לא מטבע המציאות אבל ממה שיהייבהו השכל בחק השם; in letzterem Capitel nennt er dieses Princip eine schützende Mauer, die er um die Religion aufgeführt habe. Für Maimuni folgt aus dieser Unmöglichkeit, das Wesen Gottes durch das Wesen der Welt zu erklären, seine Erkermtnisskritik und sein Agnosticismus, s. oben .S. 162. — Man sieht hier wieder, wie Maimuni’s System auf festen, stets innegchalUnen Principien beruht. 4) Fieber ערך cf. More I, 52, d. Samuel ihn Tibbon identiiieirt in seiner Terminologie ערך mit יחס. Kaufmann macht In seiner Attributenlehre p. 388, n. 45 darauf aufmerksam, dass erst Maimuni den Unterschied zwischen ערך und הצטרפות genau lixirt hat. Es sei hier bemerkt, das über das aus הצטרפות und שלילות zusammengesetzte Attribut, von dem oben S. 34 die Rede war, zu vergleichen ist Abr. ihn Daud: Em. rama, ed. Weil, p. 54. u. 82.