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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1900-01-01 · Heft 6 · p. Seite 298

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
44 (1900)
Issue
Heft 6
Article
Urkundliches Material zur Geschichte der Egerer Judengemeinde
Date
1900-01-01
Page
Seite 298 (sequence 2)
Language
German
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298 Urkundliches Material zur Geschichte der Egerer Juden gemeinde. A. Judensehaft im allgemeinen. 1. Urkunden der Kaiser und Könige. 1) 13*22, 23. October. König Johann No. 201). Als es sich ran die Wahl Ludwigs von Bayern zum römischen Kaiser handelte, unterstützte ihn besonders Johann, König von Böhmen. Letzterem verpfändete hiefür Ludwig (am 20־. Oct. 1322) Stadt und Land Eger für 10,000 Mark. Als daher Johann drei Tage später den Bewohnern von Eger ihre hergebrachten hechte bestätigte, unterstellte er die Juden der böhmischen Krone. Hart lastete sie auf der Egerer Judengemeinde: denn Johann erklärte alle Schulden des verschwenderischen Abtes Griebel von Waldsasscn an die Juden für nichtig (Reicht, Egerer Jahrbuch, 1876, S. 121). Uebrigens wohnte schon in dieser Zeit eine ziemlich grosse Zahl von Juden in Eger: sie hatten einen eigenen Stadttheil inne, genannt ״unter den Juden". Mit Brief vom 12. Sept. 1324 erlaubtc Ludwig, dass ״Jakob, der Jude von Eger" sammt Weib und Kindern in seine Stadt Nabburg wandere. Offenbar trieb die anwachsende Zahl der Judengemeinde einige Mitglieder in die Ferne zum unbehinderten Betriebe ihrer Geschäfte (Gradl, Geschichte dos Egerlandes, Prag 1893, S. 158). ״Wir Johans von Gotes genaden Chunig zu behend vnd ze polen vnd Chraffe ze Luczemburch Verichen vnd tun ctmnt allen denen die diesen briff sehen vnd hören lessen | Waz wir den bescheiden Luten | den Burgern von .Eger dar viube j daz sie sich gütlich nach dem gebot | vnd dem gelieizze vnsers durchluchtiges Iierren | Herrn Ludwiges Clnmig von Rome ze allen ziten merer des Riehes zu vns | gekart haben | mit der Stadt zu Eger I vnd vns gehuldet haben | vnd geloben! holt vnd thiur zu wehen j als iren rechten Iierren | Gelobe wir in j stett ze behalten j alle die rechte | die sie von Römischen keysern j vnd Römischen Cliunigen j biz her bracht haben | vnd in redeliehen, von in verlihen sint | Ez ist auch vnser wille, daz allez daz, daz itzund | bei dem gerichte ist | Dabei belibe | nicht von vns | dar abe ze nennen | Wir geloben auch j daz wir cli einen | Bern | noch Lantstuar | von dem Lande neinen wellen Wir wellen auch | daz die vorgenanten Burger von Eger, mit cheinen.1 Ohamrer2) | vonhehem | nicht schullen ze schäften haben | sunder mit vns j vnd mit vnsern houptman | oder Richter | den wir in gehen. Wir tun in auch die genade | daz die Juden ze Eger mit der Stadt vns dienen s ul len, Dar nach gelobe, daz wir sie nieman fürbaz versetzen wellen | vnd verlihen in auch j von sundern gnaden daz | sie Czolles | vnd vngeldes, ledig vnd b Bedeutet die Nr. des Archivs. — -) — mit keiner Kammer, keiner Kanzlei.

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