Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 44 (1900)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Joseph Ibn Plat und der Pardes
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 291 (sequence 3)
- Language
- German
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291 Joseph Ihn Plat und der Bardos. 1mm b. Isaak aus Narbonne1 2), und Seraclija aus Lunel~) persönlich und schriftlich verkehrte. An zwei gleichzeitige Joseph Ihn Fiat ist mit Gross3) wohl nicht zu denken. Ibn Flat selbst legt von seinen weiten Reisen Zeugniss ab. Er spricht nämlich von den Riten der Juden in Griechenland, Rom und Deutschland (Pard.es־ N. 44), die er wohl aus eigener Erfahrung kannte. Sicher ist, dass er in Rom war, und dort mit Menachem b. Jehuda verkehrte (ibid. N. 41), und dass er Frankreich (N. 41), Lothringen, die Lombardei und Spanien besuchte (N. 40. 53). Es ist also sehr wahrscheinlich, dass Ibn Flat von Damascus nach Europa auswanderte. Nachdem er viele Reisen zurückgelegt hatte, liess er sich in Südfrankreich oder Spanien nieder. Als gewesener Rath der Hochschule in Damascus und vielgereister Gelehrter genoss Ibn Plat in Europa einen grossen Ruf, und wurde von den ersten Autoritäten seiner Zeit in schwierigen Fällen zu Rathe gezogen. Ibn Plat schrieb Commentare zu verschiedenen Tractaten des Talmud4), Gutachten und halachische Abhandlungen. Ganz besonders interessirte er sich für das Wesen der Benedictionen und deren Form, und ihnen schenkte er seine besondere Aufmerksamkeit überall, wo er hinkam. In Sachen der Benedictionen wurde Ibn Plat auch von Abraham b. David consultirt. Der Pardes bringt mehrere Stücke, welche von Ibn Plat herrühren, nennt aber dessen Namen nur bei einer grösseren Abhandlung über die Bendictionen, die mit פסקי ברכות לרבינו יוסף בן פלט זצ״ל überschrieben ist. Die übrigen Stücke, weiche Ibn Plat zum Verfasser haben, sind anonym an verschiedenen Stellen des Buches versprengt, und müssen durch ihre Eigenartigkeit als Ibn Plat angehörend erst erkannt werden. Wir wollen uns zu diesem Zwecke zunächst mit der Abhandlung Ibn Plat’s vertraut machen. Die Abhandlung Ibn Plat’s über die Benedictionen erstreckt sich im Pardes, ed, Constantinopel, von Mio 39h bis 41 c und in ed. Warschau von N. 39 bis N. 53. Irrthtimlicli ist in die Abhandlung folio 41a (N. 46) ein Stück aus dem Buche Orali hineingerathen, welches schon früher, folio 15d (N. .143) gebracht ist. Die Abhandlung Ibn Plat’s unterscheidet sich 9 Gross, Gallia Jiulaica, p. 284. 2) ס' התרומות N. 28, vgl. Reifmann,תולדות רבנו זרהיה הלוי, Anmerkung 42. 3) Monatsschrift B. 22, S. 406. 4) S. עטור, ed. Lemberg•. II, 18י־י Kol bo N. 106, צטה מקובצת• zu Nedarim. ed. Berlin, folio 7,ו• und Ood. Oxford 7814. 19*