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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1900-01-01 · Heft 5 · p. Seite 282

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
44 (1900)
Issue
Heft 5
Article
Nachtrag zu dem Aufsatz von Dr. Max Freudenthal: "Zum Jubiläum des ersten Talmuddrucks in Deutschland" [Nachricht]
Date
1900-01-01
Page
Seite 282 (sequence 1)
Language
German
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282 Notizen. Notizen. Nachtrag zu dem Aufsatz von Dr. Max Freudenthal: ״Zum Jubiläum des ersten Talmuddrucks in Deutschland.“ (Monatsschrift, Jahrg. 42) Z11 dieser interessanten Abhandlung möge es gestattet sein, nach Breslauer Archivalien eine kleine Ergänzung zu liefern: Auch nach dem im Jahre 1720 erfolgten Erlöschen des kaiserl. Privilegs v. 23. Qkt. 1710, wonach dem Buchdrucker Gottschalck in Frankfurt a. 0. allein der Neudruck und Verkauf des Talmuds für die nächsten 10 Jahre zustehen sollte,' licss es derselbe keineswegs an Bemühungen fehlen, ein ähnliche auch für die folgenden Jahre zu erlangen. Spätestens im J. 1723*) wandte sich Gottschalck an den Kaiser mit der Bitte um Erteilung eines Privilegs, ״den revidirten jüdischen Talmud durch 20 Jahr in Dero Königl. Böhmischen Erblanden allein verkaufen zu können.“ Auf Grund des hierauf in dieser Sache an das schlesische Oberamt ergangenen kaiserlichen Rescripts v. 7. Mai 1723 forderte letzteres den Breslauer Magistrat auf, hierüber die Judenschaft durch die Breslauer Schammesse zu vernehmen. Unterm 8. März 1724 berichtete1 2) nun die letztgenannte Behörde, die von ihr vernommenen Schammesse hätten die Erklärung abgegeben, ״dass sie hieiwieder nichts zu erinnern hätten." Auch der Magistrat selbst befürwortete das Gesuch des Gottschalck. In welchem Sinne das vom Oberamt in dieser Angelegenheit gegebene Gutachten, datirt v. 28. Fehl*. 1727 3), gehalten war״ wissen wir nicht, da leider nicht das Schriftstück selbst, sondern nur ein kurzer Vermerk betreifend den Inhalt desselben erkalten ist4). Im Anschlüsse hieran sei erwähnt, dass zu den Abnehmern der von Gottschalck veranstalteten Talmudausgabe der zu Breslau wohnhafte Jude Gabriel Jacob5) gehörte. Im Jahre 1723 betrug die Schuld desselben noch 350 Eeichsthaler. Auf die Bitte des Gläubigers richtete der preussisehe König unter dem 28. Okt. 1723 an den Breslauer Rat ein Schreiben, 1) Ergiebt sich aus dem Folgenden. 2) Bresl. Stadt-Arch.: Liber ad Reges et Princ. (a. 1721—24). f. 278—79. Auf diesem Berichte beruhen auch die vorher gemachten Angaben. 3) Bresl. Staats-A: A A III 16 i, p. 652. 4) So nach der mir seitens der Herren Beamten dos Br. Staatsarchivs mündlich erteilten Auskunft. 5) Er war für Breslau der geschäftliche Vertreter des bekannten kaiserl. Hoffaktors Samson Wertheimer in Wien. Er bezeichnet sich selbst einmal als ״Faktor Sims011 Wertheimers kaiserl. Ober-Faktoris in Wien“. Bresl. Sta.dt-A.: Lib. Sentcnt. X f. 60b. Weiteres übe! ihn s. David Kaufmann: Samson Wertheimer, S. 25 u. 77. —

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