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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1900-01-01 · Heft 5 · p. Seite 267

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
44 (1900)
Issue
Heft 5
Article
Die englische Intervention zu Gunsten der böhmischen Juden im Jahre 1744
Date
1900-01-01
Page
Seite 267 (sequence 9)
Language
German
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Die englischeIntervention z. Gunsten d. böhmischen Juden i. J. 1744. 267 meint sind natürlich die׳ Reichen) 1j Befriedigung gewahren würde (XIII). Thats&chlich scheinen die Behörden Prags eine kgl. Ent״ Schliessung in diesem Sinne erwartet zu haben; denn am 18. Mai Hessen sie die Kranken aus Prag wegschaffen und helahlen auch den anderen sich dort noch aufhaltenden Juden, die Stadt zu verlassen, indem sie angaben, dass man eine Verordnung erwarte, aus der zu ersehen sein werde, wer in die Stadt zurückkehren dürfe 2). Die Verordnung vom: 15. Mai, die gleich darauf eintraf, bestimmte jedoch nur, dass die Juden in Böhmen und Mähren vorläufig verbleiben dürfen. Dieser Verordnung folgte eine andere am 31. Aug. 1745: ״Sollen weiteres auf dem Lande sich ansbreiten dürfen, bis weitere Ordre“3). Die letztere Entschliessung hatte wohl Robinson im Sinne, als er am 29. September 1745 an den Duke of Newoastle schrieb, dass die Angelegenheit der Juden schliesslich infolge des erschöpften Zustandes der Staatsfinanzen eine günstige Lösung gefunden habe (XIV). Dies war jedoch ein Irrtum und weit davon entfert, der Lage der Dinge zu entsprechen. Die Kaiserin blieb nach wie vor unerbittlich. Erst drei Jahre später entschloss sie sich, dem Drängen der Behörden und Stände nachzugeben, und die Juden durften wieder in Prag einziehen. Zum Schlüsse möge noch dasjenige aus den Berichten Robinsons angeführt werden, woraus sich das unbeugsame Verharren der Kaiserin bei ihrem Entschlüsse erklären Hesse. Robinson vermutet (XI), dass eine unüberwindliche Abneigung als Ergebnis von Vorurteilen, die ihr im Laufe ihrer Erziehung beigebracht worden waren, oder ein übereiltes Gelübde4) die Ursache wären. Letztere Annahme hält er jedoch selbst nicht für wahrscheinlich; denn ein Gelübde hätte sich leicht durch Absolution des Papstes beseitigen lassen, da doch dieser mit demselben Eifer für die Juden eintrat, wie manche andere katholische Fürsten. Wahrscheinlicher ist, was Robinson an einer anderen Stelle desselben Briefes sagt: ״Man kann sich kaum dem Eindrücke entziehen, dass ausseramtliche Schmeichler der Kaiserin einzuschärfen suchen, dass Fürsten an Autorität einbüssen, wenn sie einmal Beschlossenes widerrufen5)“. Eine 1J S. oben S. 179. 2) S. Igg. Mach! 38. 3) S. Wolf a. a. 0. p. 172, 4) Ygl. Adam Wolf a, a, 0. 5) Ygl. Burmania’s Bericht vom 24. Febr. 1745 (Kaufmann, 296).

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