Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 44 (1900)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die englische Intervention zu Gunsten der böhmischen Juden im Jahre 1744
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 266 (sequence 8)
- Language
- German
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266 Die .englische Intervention z. .Gunsten cl. böhmishen Juden i. J. 1744. des Königs nur soviel mitzuteilen, als er in seiner Einsicht für dienlich halte. Der Minister hatte jedoch keinen angenehmen Empfang bei der Königin. Sein ganzes Leben hindurch, sagte er, werde er diesen unangenehmen Abschied nicht vergessen. Burmania gegenüber bemerkte er, dass Maria Theresia abgereist sei ״bien nlceree.“ Die Yermittlungsversuche der Mächte hatten somit nicht nur nicht geholfen, sondern sogar geschadet1). Die Hoffnungen der Juden, durch wiederholt erlangte Verlängerungstermine die Ausführung des Dekretes hintanzuhalten, bis sich bei Maria Theresia für sie günstigere Ansichten geltend machen würden, erwiesen sich, für den Augenblick wenigstens, als eitel und nichtig. Die Kaiserin rescribierte eigenhändig: ״Die Juden müssen alle hinaus und schon öfters positive gemeldet wie die mittel und wie es zu befolgen“2). Wirklich zogen die Juden am 31. März von Prag weg3): Die europäische Diplomatie hörte jedoch nicht auf, ihre Sache bei der Kaiserin zu vertreten4). Unrichtig ist jedoch die Annahme, dass Robinson im Herbste 1745 von neuem intervenierte5); und wenn er es that, so geschah es nicht im Aufträge seiner Regierung. Georg II. liess nur noch in einem Schreiben vom 12. April 1745 (XII) sein Bedauern ausdrücken, dass die Kaiserin unerbittlich sei. Was ihn bewogen habe, der Angelegenheit seine Aufmerksamkeit zuzuwenden, sei nicht allein seine Teilnahme für die armen, unglücklichen Juden, sondern auch seine Sorge für den guten Ruf der Kaiserin gewesen. Die englische Regierung scheint sich weiter mit der Angelegenheit der Juden nicht beschäftigt zu haben. Sie pflichtete wohl der Ansicht Robinsons bei, dass nur Zeit und .freiwillige Ueberlegung eine Aenderung zum Guten herbeiführen könnten (IX, XI). In noch zwei weiteren Briefen berichtet Robinson über den Stand der Angelegenheit. Am 12. Mai 1745 schreibt er, dass einzutreffen scheine, was er vorausgesagt habe. Er habe Ursache zu glauben, dass man damit beschäftigt sei, einen Plan zu entwerfen, der dem besseren Teile der Juden (gex) S. Burmania’s Briefe vom 24. März und 14. April 1745 (Kaufmann, 297, 299). 2) S. G. Wolf a. a. 0. 167.׳ 3) S. Igg. Maehl. 37. 4) Vgl. Burmania’s Bericht vom 13. April 1745 (Kaufmann 299). 5) Kaufmann a. a. 0. p. 291. In seinem Briefe vom 29. Sept. 1745 bezieht sich Robinson auf seinen Bericht vom 27.. März;, weitere Interventionen seinerseits erwähnt er jedoch nicht.