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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1900-01-01 · Heft 5 · p. Seite 263

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
44 (1900)
Issue
Heft 5
Article
Die englische Intervention zu Gunsten der böhmischen Juden im Jahre 1744
Date
1900-01-01
Page
Seite 263 (sequence 5)
Language
German
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Die englische. Intervention' z. Gunsten d. böhmischen Juden i. J. 1744. 263 Königin unter den übrigen Papieren dieses Botschafters vorzulegen (ibid). Wenige Tage darauf genas Maria Theresia eines Prinzen. Robinson wandte sich daher an ihren Gemahl, den Grossherzog von Lothringen, und erfuhr von ihm, dass sowohl er als auch sein Bruder, Prinz Karl, ihr Möglichstes gethan hatten, 11111 Maria Theresia zur Zurücknahme des Ausweisungsbefehles zu bewegen (ibid.)1); dies konnten sie jedoch von ihr nicht erreichen. Was aber die Zeit des Inkrafttretens des Ausweisungsbefehles betreffe, meinte der Grossherzog, so sei dies noch nicht mit unbedingter Bestimmtheit festgesetzt, so dass sich daran, wenn es auf eine Woche, einen Monat oder mehrere Monate ankäme, vielleicht noch ändern liesse (YI, IX, XI). Die gleiche Antwort erhielt Robinson von Uhlfeld am 19. Februar (IX, IV) 2). Auch zur Milderung einzelner Bestimmungen des Dekretes scheint die Königin geneigt gewesen zu sein 3). Noch an demselben Tage, an dem die Unterredung mit Uhlfeld stattfand4), wurde die Excution des Ediktes für Prag um einen Monat hinausgeschoben5), so dass die Juden bis Ende März in Prag verbleiben durften. Dieser Erfolg Robinsons brachte jedoch nur einem geringen Tlieile der Prager Juden Erleichterung, denn der Prolongationserlass wurde durch eine unglückliche Verzögerung — manche meinten, dass es absichtlich geschah (IX, XI) — erst am 27. Febr. in Prag bekannt gemacht6). Ein grosser Theil der Juden war bereits ausgewandert, andere (nach VIII gegen 10000) waren in Bewegung. Die Behörden suchten die letzteren in der Hoffnung, dass die Königin schliesslich nachgeben würde, zum Bleiben zu bewegen, was dieselben jedoch ablehnten; nur gegen 4—600 blieben zurück (ibid). Einige der reichen Juden wurden als Geiseln zurückgehalten7). Denn nicht genug, dass man die Juden von Heim 0 Vgl. Adam Wolf a. a. 0. und oben S. 183, Anm. 4. 2) Vgl. Burmania’s Bericht vom 24. Febr. 1745 (Kaufmann, 296). 3) Robinson an den angeführten Stellen: ״ l'orthe more or less execution.“ 4) Vgl. Bunnania’s Brief vom 24. März (Kaufmann a. a. 0. p. 297. 5) Der Termin für die Räumung Prags war schon einmal um einen Monat, bis Ende Februar, verlängert worden. Aus der unter den Papieren Robinsons enthaltenen Abschrift des Prolongationserlasses ist ersichtlich, dass der Prolongationsbeschluss am 4. Jan. gefasst und in Prag am 11. desselben Monats veröffentlicht wurde; vgl. auch Igg. Machl. p. 35. 6) S. Igg. Macht, 36 letzte Zeile; zu lesen ist למחרתו . . . כ״ה בו; vgl. auch VIII, dagegen nach Burmania (VI, Kaufmann, a. a. 0.297) am 25. Febr. T) Igg. Macht 36.

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