Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 44 (1900)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Alcharisi's Orientreise, Nathan bajulus und Jonathanha-Cohen
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 219 (sequence 3)
- Language
- German
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Alcharisi’s Orientreise, Nathan bajulus und Jonathan ha-Cohen. 219 zehnt, vor 1205 in Marseille Aufenthalt genommen und sich dort schriftstellerisch beschäftigt hatte. 1) Samuel ihn Tibbön übersetzte Maimonides ״Führer“ einige Jahre vor dem Tode des Verfassers. Aleharisi hat zwar seine zweite Uebersetzung später begonnen, aber eher zu Ende geführt, als Sam. ihn Tibbon־ dazu gekommen war, den Anhang über die Fremdwörter (פי׳ המלים הזרות) beizufügen. Maimonides Brief an Samuel ibn Tibbon, in welchem von der bevorstehenden Vollendung der Uebersetzung die Bede ist1), trägt die Jahreszahl 1511 Seleuc. 1109; um diese Zeit muss Charisi seine, von Tibbon im Nachwort mit Zorn und Eilt־ rüstung besprochene, popularisirende Concurrenz-Uebersetzung mindestens bereits begonnen haben. Vor dieser Arbeit hatte aber schon Charisi in Marseille2) auf Veranlassung der Gemeinde-Vorsteher Maimonides’ Einleitung zur Mischna und den Commentar zu Seraim aus dem Arabischen übersetzt, was ebenfalls viel Zeit erfordert haben muss. Es dürfte daher unser Dichter schon um 1L95 nach Süd-Frankreich gekommen sein. 2) In den Handschriften des Tachkemoni ist unter den Vornehmen der Stadt Marseille (Pforte 4(>, in meiner Edition S. 051) nicht ר׳ יעקב sondern ר' נתן פקיד המלך zu lesen, und dieser dürfte mit dem bekannten ״Nathan Judaeus bajulus domini Rogeri“ identisch sein, der (nach Graetz VI3, 334) in einer Urkunde vom Jahre 1171 vorkommt. Es sei dahingestellt, ob wir in dieser Persönlichkeit den Tossaphisten Nathan Official wiederfinden3). Jedenfalls kann der in Rede stehende פקיד המלך oder ״bailliu unserem Dichter nur vor 1198 begegnet sein, da seit diesem Jahre infolge der Verordnung Innocenz -III. kein Fürst mehr seine Güter durch einen Juden verwalten lassen durfte. 3) R. Jonathan ha-Cohen aus Lunel, in dessen Auftrag Charisi Maimonides Schriften übersetzte, starb bereits im Jahre 1205, was ausdrücklich aus der zuverlässigen Chronik קצור זכר צדיק hervorgeht4). Er war nicht unter den Rabbinern, 9 קובץ תשובות הרמב״ם, ed. Lichtenberg, 11,28. [Vgl• hierüber jedoch Steinschneider hehr. Uebers. 428. 854. 928 und Kaufmann im Archiv f. Gesch. d. Philos. XI, 346ff]: 2) (Vorwort) נקרא נקראתי בעיר מרשילייא .... ותהי עלי שסייד דבותי אציליה ושועיה 3) Sein auf Spenden von Feld-Einkünften bezüglicher Ausspruch Taanith 9 a a. v. עשר תעשר würde zu Chärisi’s Schilderung הנדיב .... ב^ל מעשבם שובים ופעלים חשובים allerdings stimmen. 4j Anecdota Oxon., Mediaevel Jew. Ohr. I, 94.