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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1900-01-01 · Heft 5 · p. Seite 209

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
44 (1900)
Issue
Heft 5
Article
Die philosophischen und ethischen Anschauungen in Abraham bar Chijja's Hegjon ha-Nefesch
Date
1900-01-01
Page
Seite 209 (sequence 17)
Language
German
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Die philos. u. ethischen Anschauungen des Ahr. b. Chijja. 209 künftigen Welt unverändert fortbestellen (das sind die Dinge der sublnnarischen Welt) und 4) in solche, die zwar in dieser Welt keinen unveränderten Fortbestand haben, wohl aber in der künftigen Welt (das ist der Mensch)1). So ist der Mensch, weil seinem wahren Wesen nach für die Ewigkeit bestimmt, als das höchste unter allen irdischen Dingen zu betrachten, und darum von Gott auch als Herrscher über alle Wesen der Erde eingesetzt2). Unter den Menschen aber ist es wieder eine bestimmte Nation, die vor den anderen ausgezeichnet und zur Verherrlichung Gottes berufen ist. Israel ist es, das von Gott auserkoren ward, die Thora zu empfangen und Gottes Einheit in der Welt zu bekennen5). Diese Stufe ist aber auch den anderen Menschen nicht unerreichbar, denn die Pforten der Umkehr sind Allen geöffnet, die sie suchen, und durch die Umkehr kann der x) S. 5 b. Sehr interessant ist der Nachweis, wie diese G-ruppirung der Dingo sich im biblischen Schöpfungsbericht wiederspiegelt. Alle Dinge, so führt A. b. Ch aus, deren Eintritt in die Existenz mit dem Worte ויהי berichtet wird, haben dauernden Bestand in dieser Welt; wo dieses Wort fehlt, haben die Dinge auch in dieser Welt keinen dauernden Bestand. Beim Licht des ersten Schöpfungstages, der reinen Form, lautet der Schöpfungsbefehl: יהי אור, und die Erfüllung desselben wird mit den Worten: ויהי אור bestätigt. Das יהי אור verbürgt den Bestand des ״Lichtes“ in dieser Welt, das ויהי אור seinen Fortbestand auch in der künftigen Welt. Bei den Himmelskörpern lautet der Schöpfungsbefehl: יהי, bei ihrem Eintritt in die Existenz heisst es aber nicht mehr einfach: ויהי, sondern: ויהי כן, worin eine Einschränkung liegt, da das Wort כן nur eine AehnLichkeit• und keine völlige üebereinstimimng bezeichnet. Demgemäss beschränkt sich der Bestand dieser Dinge auf diese Welt und erstreckt sich nicht auch auf die künftige Welt. Bei den Dingen unter dem Himmel lautet der Schöpfungsbefehl nicht mehr: יהי, was ein Yerleihen der Existenz durch den Mund Gottes selbst bedeutet; darum sind sie schon in dieser Welt der Veränderung und dem Wechsel unterworfen (S. 66 ומפני זה היתר, (התמונה) [התמורה] והחילוף נמצאת בכל המינים האלו כל ימיהם הכו׳) Bei ihrem Eintritt in die Existenz aber heisst es: ויהי כן, was ihren Fortbestand in der künftigen Welt ausschliesst. Beim Menschen, dem, obschon er bereits in den Schöpfungsbefehl: תוצא הארץ נפש חיה (Genes. 1,24) miteinbegriffen war, noch ein besonderer Schöpfangsbefehl gewidmet ist, heisst es in diesem nicht: יהי, was darauf hinweist, dass er in dieser Welt keinen Bestand habe. Dagegen heisst es bei seinem Eintritt in die Existenz, wie nur noch beim Licht des ersten Tages ויהי, womit gesagt ist, dass er, das letzte aller Geschöpfe, gleich dem ersten Bestand in der künftigen Welt habe. 2) S. 7 a. 3) S. 7 a—7 b. Wie bei dem Menschen allein, so führt A. b. Ch. bei dieser Gelegenheit aus, im Schöpfungsbericht die. drei Schöpfungsausdrücke: «יצר ,בר und עשה zur Anwendung gelangen, so auch Jes. 43,7 bei Israel. Monatsschrift, 44. Jahrgang. 14

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