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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1900-01-01 · Heft 5 · p. Seite 206

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
44 (1900)
Issue
Heft 5
Article
Die philosophischen und ethischen Anschauungen in Abraham bar Chijja's Hegjon ha-Nefesch
Date
1900-01-01
Page
Seite 206 (sequence 14)
Language
German
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206 Die philos. u. ethischen Anschauungen des Abr. b. Chijja. Form wechseln (die Pflanzen) 1). Nachdem (in den drei ersten Schöpfungstagen) die ihren Ort nicht verändernden Körper ge״ schaffen waren, ging auf Gottes Befehl ein neuer Lichtstrahl von der für sich selbst existirenden Form aus, der, indem er sich über den Himmelskörper von Punkt zu Punkt und von Theil zu Theil verbreitete, die Wirkung hatte, dass die dem Körper ständig anhaftende Form ihren Ort wechselte. So ent״ standen die Himmelskörper, die ihren Ort wechseln, aber sich ihrer Form nicht entkleiden (die Planeten). Yon diesem Lichtstrahl ging wieder ein anderer aus, der zu dem seine Form wechselnden Körper (den Elementen) gelangte, und durch dessen Einwirkung die Lebewesen entstanden, die sich in den drei Müttern, im Wasser, in der Luft und auf der Erde bewegen2). Yon der Bewegung dieser Lebewesen unterscheidet sich die Bewegung der Planeten dadurch, dass diese kreisförmig ist und eine Sphäre darstellt, die alles unter ihr Existirende umfasst, begrenzt und ihm seinen Stempel aufdrückt. Demnach giebt es vier Arten von sich bewegenden Körpern* die (in den drei letzten Schöpfungstagen) durch den zweiten, von der für sich bestehenden Form ausgehenden Lichtstrahl entstanden sind3). Die Schöpfung der Welt, ihr Hervorgehen aus der Möglichkeit in die Wirklichkeit ist jedoch nicht als ein Act der Nothwendigkeit aufzufassen, oder so, als ob Gott die Welt geschaffen habe, weil er den Unterschied zwischen der Möglichkeit und der Wirklichkeit erwogen hätte. Die Schöpfung der Welt ist vielmehr ein Act der Liebe Gottes; er hat die Dinge, die seine Weisheit in’s Dasein rufen wollte, geschaffen, um den Geschöpfen seine Liebe zu erweisen und sie zur Erkenntniss seiner Weisheit und Macht anzuleiten4). ף S. 4 a. 2) Y011 den Müttern ist auch im Sepher Jezira II, 1 die liedc, als solche werden aber Luft, Wasser und Feuer (אמ״ש) genannt, während A. b. Ch. das Feuer ausschliesst, weil in ihm Lebewesen nicht bestehen und sich nicht bewegen könnten. Auch von den lauteren Brüdern werden die Elemente als Allmütter bezeichnet. Dieterici, Die Naturanschauung und Naturphilosophie der' Araber im X. Jahrhundert, S. 55. 3) S. 4b. . 4) S. 32a: ובמדה הזאת המהוללה אשר בהסד ברא את העולם והוציאו מן הכה אל המעשה, ולא מפני שהעולם הזה צריך יצאת אל המעשה, או היה מבין ההפרש אשר בין הכח ובין המעשה, כי אם להגדיל חסדו אל כל יצוריו ולהראותם חכמתו וכחו הגדול וגבורתו. Die Ansicht, dass die Welt mit Nothwendigkeit geschaffen sei, ist die auch von Maimonides (More 11,19) bekämpfte Ansicht des Aristoteles und seiner Schule. Die Bemerkung, dass Gott die Welt auch nicht geschaffen habe,

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