Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1900-01-01 · Heft 5 · p. Seite 205

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
44 (1900)
Issue
Heft 5
Article
Die philosophischen und ethischen Anschauungen in Abraham bar Chijja's Hegjon ha-Nefesch
Date
1900-01-01
Page
Seite 205 (sequence 13)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2829132-2829741-2829747-2882673--29967-2882707
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Die philos. u. ethischen Anschauungen des Abr. b. Chijja. 205 Diese Form bedarf keines sie umgebenden Ortes, da der Ort das die Gestalt eines Körpers nach aussen von allen Seiten Umfassende ist, sie kann vielmehr selbst der Ort für einen Körper sein1). 2. Die Form, die mit der reinen und lauteren Materie eine untrennbare Verbindung eingeht und sich niemals verändert, das ist die Form der Himmelskörper. 3. Die Form, die mit der niederen Materie eine nicht dauernde Verbindung eingeht und sich von Körper zu Körper, von Gestalt zu Gestalt fortbewegt 2). Zu diesen drei Arten kommt aber noch eine vierte hinzu. Wir können uns nämlich eine Form vorstellen, die eine Verbindung mit dem Körper eingeht und eine Zeit lang mit ihm vereinigt ist, sich aber dann wieder von ihm trennt und, vom Körper abgesondert, in ursprünglicher Weise fortbesteht. Da die Vernunft die Möglichkeit einer solchen Form anerkennt, so muss sie auch wirklich vorhanden sein, denn Alles, dessen Existenz die Vernunft als möglich anerkennt, muss einmal von der Möglichkeit zur Wirklichkeit gelangt sein3). Diese vierte Art der Form ist die Form der Menschenseele4). Gehen wir nun zur Körperwelt über, so sind in ihr zu unterscheiden: die Körper, die ihren Ort nicht verändern, und die Körper, die ihren Ort verändern. Die ersteren lassen sich wieder eintheilen: 1) in solche Körper, die ihre Form überhaupt nicht wechseln (die Fixsterne), 2) in solche, die ihre Form, aber nicht das Maass ihres Körpers wechseln (die Eiemente) und 3) in solche, die ihr Körpermaass, aber nicht ihre x) Nach Plotin (IY, 8, 3) ist die höchste Form als Ort für die anderen Formen zn betrachten. Vielleicht ist auch an unserer Stelle (3h) zu lesen: [וראויה להיותה מקום (לגוף אחר) [לצורה אחרת, da לגוף אחר keinen rechten Sinn giebt. 2) S. 3 b, 5 a. Die Gesammtlieit der Formen wird in der Schrift מים genannt; unter אור ist die von der Materie getrennte Form (vgl. die oben S. 204, Anmerk. 1 aus den pseudoempcdokleischen Fragmenten angeführte Stelle, Theolog. d. Aristotel. S. 82 fg.) und unter 3רקמ die mit der reinen Materie verbundene Form zu verstehen (S. 3 b). 3) S. 5a: וישאר ׳בידנו חלק רביעי אשר המדע מביא עליו החלוק, והמדע נותן שהוא ראוי להמצא, כאשר הדעת מורה, כי בל החלקים אשר החכמה נותנת להוציאם אל גוף המעשה, בבר יצאו מן הבח אל המעשה.; das.:והחלק הזה שקול הדעת וראיית החכמה מכריחים אותנך להודות בי יש בעולם צורה וכו׳. Aehnlich sagt Albo (Jkkarim III, cap. 3, Anfang): כל דבר שהוא בכח צריך שיצא מן הכח אל הפעל, וכל מה שלא יצא מן הכח אל הפעל הנה מציאותו בכחניות ההוא לבטלה באלו לא היה. Eine ältere Quelle für diesen Satz, ist mir nicht bekannt. 4) S. 5 a.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.