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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1900-01-01 · Heft 5 · p. Seite 204

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
44 (1900)
Issue
Heft 5
Article
Die philosophischen und ethischen Anschauungen in Abraham bar Chijja's Hegjon ha-Nefesch
Date
1900-01-01
Page
Seite 204 (sequence 12)
Language
German
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204 Die philos. 11. ethischen Anschauungen des Abr. b. Chijja. bekleiden1). Zuerst ging die niedere Form mit der reinen und lauteren Materie eine feste und starke, während der Zeit ihrer Vereinigung keinerlei Wandlung und Veränderung erleidende Verbindung ein, aus der die Himmelskörper enstanden sind. Dann verband sie sieh mit dem Schmutz und dem Hefensatz der Materie, und daraus entstanden die ihre Formen wechselnden Körper, wie die vier Elemente und was aus diesen zusammengesetzt ist2). Wir können demgemäss, da sich die niedere Form in diese beiden Formen sondert, drei Arten von Formen unterscheiden. 1. Die für sich selbst bestehende, mit dem Körper nicht verbundene Form; das sind die in der Oberwelt existirenden Formen. נ) Das ist gleichfalls neu platonische Anschauung und speciell der Lehre Plotin’s entsprechend, der im achten Buch der dritten Enneade, das vom Schauen handelt, die schöpferische Thätigkeit Gottes und der geistigen Substanzen als ein Schauen darstellt. Ebenso lehrt auch Gabirol, dass die Formen in dem Verursachten dadurch hervorgerufen werden, dass die Ursache auf das Verursachte schaut und ihm gegenübersteht. Er beruft sich hierfür auf die angebliche Lehre Plato’s, nach welcher die Formen in der Intelligenz durch das Schauen des Willens, in der universellen Seele durch das Schauen der universellen Intelligenz und in der Natur und der körperlichen Substanz durch das Schauen der universeilen Seele entstehen sollen. Das Schauen der Substanzen aber sei so zu verstehen, dass die einen den anderen gegenüberstehen und dass die einen ihre Kräfte und ihr Licht auf die anderen ergiessen (Fons vitae, cd. Baeumker, pag. 289 seq. Falaquera’s Auszug V, 19. 20. Guttmann, die Philosophie des Salomo Ihn Gabirol, S. 213—214). Uebereinstimmend damit heisst es in den jüngst veröffentlichten pseudoempedoklcischen Fragmenten (Kaufmann, Studien über Salomon Ihn Gabirol S. 31): ואמנם היה השכל כן, כי הוא נברא מהאור הראשון הגמור האמיתי והאור הראשון בצד שהוא נכחו, כי האור הראשון ופעולותיו הגמורות המאירות הם ביסוד והם בצד שהוא נכהו', das. S. 32: יביט עליהם וימשך מהם ונקרא שבל כי הוא יביט עליהם ויפעל בהם מה שתחתיו ומפני שהיה השכל כמו כשאמרנו היה עושה המעשים המתוקנים הרוחניים הפשוטים וישפיל עצמו וכשירצה להביט למעלה יורה שהוא האור הגמור מאצל האמת האמיתית וישפוך עליהם הטוב האמתי. Auch im תורות הנפש wird die Seele als eine Ausstrahlung des göttlichen Lichtes bezeichnet (S. 65—66; S. 69—74). Vgl. auch Isaak Ihn Latif, Zurat ha-Olam, cap. 14. 2) Die Schriftgemässheit. der Lehre von der Entstehung der irdischen Dinge aus der Verbindung der potentiell schon vor der Weltschöpfiuig vorhandenen Materie und Form wird aus. den Worten (Genes. 1,.2): והארץ הרתה, תהו יהו abgeleitet, in. denen תהו als das Nichtige, Unwirkliche die Materie bedeutet, בו הוא י— בהו als dasjenige, wodurch das Andere die Existenz erlangt, die Form, die der Materie die Existenz verleiht (Vgl. oben S; '201 Anmerk. 2.) Nach einer anderen Erklärung ist unter בהו die reine, , mit der Matern; nicht verbundene Form zu verstehen, die durch sich selbst (בו הוא), durch ihre eigene Kraft existirt. Abweichend davon wird im תורות הנפש S. 14 ausgeführt, dass בהו, תהו und- חשך die verschiedenen Th eile der Materie bezeichnen, und zwar תהו den obersten, lichtvollsten Theil der Materie, בהו die Materie, die der Erde näher ist, und חשך den alleruntersten Theil der Materie.

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