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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1900-01-01 · Heft 5 · p. Seite 199

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
44 (1900)
Issue
Heft 5
Article
Die philosophischen und ethischen Anschauungen in Abraham bar Chijja's Hegjon ha-Nefesch
Date
1900-01-01
Page
Seite 199 (sequence 7)
Language
German
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Die philos. u. ethischen Anschauungen des Abr. b. Ohijja. 199 abgelehnt wird. Es handelt sich nm die Frage, wie das über den Menschen kommende üebel zu erklären lind mit dem Glauben an Gott, als den Urheber der Dinge, zu vereinbaren sei. Diese Frage ist, wie Ä. b. Ch. ausführt, von Manchen so gelöst worden, dass sie behaupteten, nur das Gute sei als etwas Wesenhaftes zu betrachten, als Etwas, was Form und Existenz hat; das Böse hingegen sei nichts Wesenhaftes, es sei Etwas, was keine Form und Existenz hat. Demnach könne man nur von dem Guten als dem Positiven sagen, dass es eine Wirkung Gottes sei, nicht aber von dem Bösen, das als die blosse Negation des Guten selber keine Wirkung, sondern nur die Aufhebung einer solchen sei1). Das entspricht der Lehre Plotin’&, der das Böse als den Mangel des Guten (dnouaia dqa&ou, axsp/jai?), als das Formlose mit der Materie identificirt, die selber die ursprüngliche und absolute Privation, der reine Mangel, (׳rcsvia TtavTsXr^) ist2). A. b. Ch. verwirft diese Ansicht. Wie der Verfasser des הורות הנפש in Uebereinstimmung mit dem Kalam3), so lehrt auch er, dass Gott das Böse wie das Gute, jedes Ding und dessen Gegensatz geschaffen habe4). Für die aufgeworfene Frage aber giebt er eine andere Lösung. Yon jüdischen Vorgängern, die unser Verfasser hätte benutzen können, käme in erster Beihe Saadia in Betracht, mit dessen vielseitiger literarischer Thätigkeit er, wie wir aus Citaten in seinen anderen Schriften ersehen, wohl vertraut war5), und dem er in Anerkennung seiner überragenden Autorität x) S. 30 b—31 b. 2) Plotin I, 8. 3: I, 8,10—13; Ygl. Zeller, die Philosophie der G-riechen, HI, 22, S. 489. 3) תורות תגפש S. 7. Ygl. Maiinonides, More 1,73. (Munk, Guide I, pag. 395—98.) ף S. 32 a. 5) So sagt er in der Einleitung־ zum ספר מ־לת המגלה (angeführt bei Filipowsky a. a. 0. S. IX—X.) ובל1 הראשונים היו מתעסקים בעמן הזה לחזק את אמונתם, ולשמר להם שכר פעולתם, כאשר אתה מוצא בדברי חז״ל במקומות רבות י * * ובאשר עשה רבנו סעדיה גאון בפירוש ספר דניאל וברוב החבורים אשר חבר, כגון ספר האמונות והחבור הנקרא ספר הגלוי וכן רבים לפניו ולאחריו. Ein anderes Citat aus S,aadia’s Danielconmientar findet sich im vierten Abschnitt des ספר מגלת המגלה (Filipowsky S. XI). Im Sepher ha־Ibbur S. 59 heisst es: ואמר הגאון רב סעדיה בר׳ יוסף ראש הישיבה זצ״ל קבוע היה מהר סיני שלא יהיה פסח יום שני כדי שלא יהיה יום הכפורים ערב שבת. Daselbst S. 94 wird eine das Kalenderwesen betreffende Stelle aus einer Streitschrift Saadia’s citirt, die wohl gegen die Karäer (המינים) gerichtet war, und S. 96 eine Stelle aus dem mit jener Schrift vielleicht identischen ספר ההברה.

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