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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1900-01-01 · Heft 5 · p. Seite 197

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
44 (1900)
Issue
Heft 5
Article
Die philosophischen und ethischen Anschauungen in Abraham bar Chijja's Hegjon ha-Nefesch
Date
1900-01-01
Page
Seite 197 (sequence 5)
Language
German
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Die philos. 11. ethischen Anschauungen des Abr. b. Chijja. 197 über die Strafandrohungen, die sogenannten Tochachoth, mit schreckhafter Hast hinwegzueilen1). Bei alledem aber würde Abraham bar Chijja auf Grund unserer Schrift kaum den Am Spruch haben, in die Schaar der jüdischen Religionsphilosophen eingereiht zu werden. Wenn er von Jedaja Bedarschi in dessen an Salomo ben Adr et gerichteten Schutzschrift zu Gunsten der Wissenschaft in einer Reihe mit Männern wie Saadia, Isaak Ihn Giat-, Mose Ihn Esra, Salomo Ihn Gabirol und Jehuda ha-Levi rühmlich genannt wird2), so mag er dies mehr seinen sonstigen wissenschaftlichen Leistungen zu verdanken haben, die ja von Bedarschi an der erwähnten Stelle auch ausdrücklich hervorgehoben werden, oder dieses Lob gründet sich, soweit es den Philosophen betrifft, auf die von Bedarschi citirte Schrift: גדר האדם (Definition des Menschen), die aber schon früh aus dem wissenschaftlichen Verkehr verschwunden sein muss, da sich meines Wissens keine weitere Spur von ihr nachweisen lässt. Originelle Gedanken wird man in unserer Schrift wenigstens vergeblich suchen. Die philosophischen Anschauungen, die in ihr zur Darstellung gelangen, werden in den allermeisten Fällen von dem Verfasser selbst als Entlehnungen, und zwar von älteren, nichtjüdischen Philosophen bezeichnet3). So spricht er gleich im Eingang seiner Schrift von den alten Weisen der Völker, die sich, ohne der Kentniss der Thora gewürdigt zu sein, mit den Fragen der Religion beschäftigt ׳-hätten4), und auf deren Ansichten er sich in der Forschung *) Hegjon S. 40 a. 2) Salomo ben Adret’s Besponscn No. 418: והנשיא רבי* אברהם המכונה צחבה אל שורשה גם הוא התפלסף והעמיק בשבע־ הבמות וממנו אצלנו ספרים רבים־ במספר ובתשבורת ובתכונה ובסוד העבור וגם בחכמה האנושית ובסתרי ההורה ספר קראו גדר האדם. Unsere Schrift wird also gar nicht erwähnt. Als rechtgläubiger Denker, der sich von der griechischen Wissenschaft nicht habe bethören lassen, wird A. b. C11. neben Saadia von Schemtob genannt ספר האמונות S. 3b: מחשובים הקדמונים כמו הגאון רב סעדיה ז״ל והנשיא רב אברהם בר חייא הספרדי ורבים ונכבדים כה ם ובו׳. 3) Wenn es S. 3 a unter Bezugnahme auf die Interpretation von תהו ובהו (Genes. 1,2) heisst: ויהיה זה טעם תהו ובהו על כל הטעמים אשר אמר; חכמי המחקר, so braucht man dabei nicht an jüdische Kreise zu denken; es ist dies vielmehr so zu verstehen, dass die gegebenen Erklärungen der Worte: תהו ובהו mit den Aussagen der .Weisen über Materie und Form übereinstimmen. Auch S. 10 a sind diejenigen, die, auf Schriftstellen gestützt, die dort dargestellten Lebensrichtungen als gleichwertig bezeichnen, nicht selbst zu den speculativen Weisen zu zählen. 4) S. la: ומצאנו רוב חכמי האומות הקדמונים אשר היה להם הלק בתבונה, והכינו ל^בם על כל דרכי האמונה, ואע״פ שלא זיכם המקום למעלת התורה הקדושה והנאמנה, חקרו ער ענין הזה בפי חכמתם ובפי השגת ידם ומצאו הדרך הנכונה ללכת עליה וכד'.

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