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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1900-01-01 · Heft 4 · p. Seite 180

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
44 (1900)
Issue
Heft 4
Article
Die englische Intervention zu Gunsten der böhmischen Juden im Jahre 1744
Date
1900-01-01
Page
Seite 180 (sequence 4)
Language
German
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180 Die englische Intervention z. Gunsten d. böhmischen Juden i. J. 1744. zahlt hatten1), theils infolge der freiwilligen Gaben und Strafgelder, die sie an ihre eigene Herrscherin hatten entrichten müssen 2), völlig erschöpft. Ihre anderen Habseligkeiten waren grösstentheils der Zerstörungswuth und der Plünderungssucht des Pöbels zum Opfer gefallen. Und wohin sollten sie sich wenden? Hatte doch die Königin dem Ausweisungserlasse die Verordnung hinzugefügt, dass es den Vertriebenen verboten sein solle, sich in einem der übrigen österreichischen Länder niederzulassen. An die Behörden der letzteren, insbesondere an die ungarische Statthalterei erging in diesem Sinne ein strenger Befehl3). Die an Böhmen angrenzenden Länder, Sachsen und Bayern, duldeten keine Juden und wären noch weniger geneigt gewesen, neue aufzunehmen. Auch von den anderen in Betracht kommenden Ländern, Polen und Preussen, war nicht anzunehmen, dass sie die Juden mit offenen Armen empfangen würden4). Am härtesten getroffen wurden die Juden Prags, denn sie hatten durch den Krieg und durch wiederholte Plünderungen am schwersten gelitten; nur wenige von ihnen waren bei der schrecklichen Plünderung vom 28. Nov. 1744 verschont geblieben5); sehr vielen war kein ganzes Kleidungsstück geblieben, um den frierenden Leib auch nur nothdürftig zu L Die Prägel־ Judenschaft allein zahlte an die Franzosen über 300000 FL, an den König von Preussen 41000 Fl.; s. אגרת מחלת, im 8י Sammelbande der ״Mek. Nird.“ Berlin 1898, p. 14f., 26, 28. Dieser Bericht über die Geschichte der Juden in Prag in den J. 1742—57 besteht ans 4 Theilen, von denen die ersten drei die Zeit des österreichischen Erbfolgekrieges behandeln. T. I n. II sind von demselben, nicht namhaft gemachten Verfasser; davon zu trennen ist jedoch das Stück von S. 41, Z. 5 ואנ^אני המדבר bis zum Schlüsse, das von einem anderen Verfasser herzurühren scheint (Letzteres nach einer Mittheilung des Herrn Seminarrabb. Dr. J. Lewy). Verfasser des III. T. ist Bezalel b. Mose, später Rabbiner in Jungbunzlau. Vgl. Näheres in der Besprechung der Ausgabe durch Dr. M. Brann in dieser Zeitschrift. 2) S. G. Wolf, a. a. 0. p. 150,. 158. 3) Vgl. Arneth, Gesch. Maria Theresia’s, IV, 44 u. 510, Anm. 35; Wolf a. a, 0. 155. 4) S. Denkschrift der böhmischen Hofkanzlei vom 17. Dez. 1744 (Wolf a. a. 0. 16 lf.). Interessant ist die Mittheilung (Jgg. Machl. 38), dass die Prager Juden im April 1745 von Tobias Haag aus Amsterdam ein Schreiben erhielten, in dem ihnen mitgetheilt wurde, dass einer der holländischen Grossen (?הדוכס מברייד) sich erbiete, ihnen in seinem Gebiete eine Stadt zu bauen; er werde ihnen das Baumaterial schenken und sie in den ersten zehn Jahren steuerfrei lassen. 5) S. Jgg. Machl. p. 31; vgl. auch Podiebrad-Foges, Alterthümer der Prager Josefstadt et cet., 3. Aufl., Prag 1870, p. 88.

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