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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1900-01-01 · Heft 4 · p. Seite 174

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
44 (1900)
Issue
Heft 4
Article
Actenstücke zur Geschichte der Confiscation der hebräischen Schriften in Frankfurt a. M.
Date
1900-01-01
Page
Seite 174 (sequence 8)
Language
German
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174 Acteiistücke zur Geschichte d. Oolifiscation d. hebräischen Schriften. hinausschiebe, bis Männer, die gelehrter und kenntnissreicher als wir sind, an den Hof unseres Kaiserlichen Herrn kommen und mit ihm disputieren können. Inzwischen kam Donnerstag, den ISten Cheschwan (1 ==-־. November), Euer Bote, B. Eisaak Helphunt, nach Boveredo und überbrachte mir Euer Schreiben und das des Erzbischofs, welches alle obigen Anordnungen umstürzte. Denn der Marschalk des Bischofs bat unseren Kaiserlichen Herrn, dem Mainzer Erzbischof [Uriel von Gemmingen] die Entscheidung unserer Sache zu übertragen. Der Kaiser aber wollte seinen Wunsch nicht ganz, sondern nur tkeilweise erfüllen und hat einen seiner Sekretäre beauftragt, vier Schreiben auszufertigen, eines an den Erzbischof, dass er von dem Abtrünnigen und den Juden die in Frankfurt weggenommenen Bücher einfordern, und dass er und seine Doktoren sie prüfen sollten. Und was darunter nicht gegen unsere Lehre oder ihre Glaubenssatzungen verstosse, solle uns zurückgegeben werden, was aber gegen ihren Glauben wäre, sollte dem Abtrünnigen eingehändigt werden. Und das Wesentliche der ganzen Angelegenheit solle der Erzbischof dem Kaiser melden. Ferner ein Schreiben an den Bat [der Stadt Frankfurt], den Weisungen des Erzbischofs zu folgen und sich allen seinen schriftlichen Anordnungen zu fügen. Ein [weiteres] Schreiben an Johannes Pfefferkorn, sich zum Termin zu stellen. Und endlich ein offenes Sendschreiben mit Terminfestsetzung für alle im ersten Mandat Erwähnten, sich am 15. Schebat (— 25 Januar 1510) selber oder durch Bevollmächtigte einzufinden und mit dem Abtrünnigen in ordentlichem Gerichtsverfahren zu disputieren, nachdem der Erzbischof dem Kaiser gemeldet haben werde, wie er die Bücher gefunden habe. Und ausdrücklich stand in dem Schreiben an den Erzbischof, dass es keineswegs des Kaisers Absicht sei, die uns durch die Concilien eingeräumten Privilegien aufzuheben. Das Schreiben an den Erzbischof las [mir?] der Marschalk des Erzbischofs vor; auch die übrigen drei Erlasse wurden mir vorgelesen, sie stimmen zum theil wörtlich mit einander überein, da der Kaiser sein einmal erlassenes Mandat (v. Padua am 19. VIII.) durchaus nicht kassieren wollte. Doch zieht sich die Sache noch hin, da der Kaiser die Erlasse eigenhändig zu unterzeichnen gedenkt; mir scheint auch, dass der Kaiser unter das Schreiben an den Erzbischof seinen Namen gesetzt hat [oder: noch etwas Eigenhändiges hinzugesetzt hat]. Auf diese Weise ging ich acht Tage herum, denn ich hoffte, meines Weges weiter zu können auf diese Weise. Freilich, wäre ich im Besitz der mir von Euch ah ge-

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