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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1900-01-01 · Heft 4 · p. Seite 173

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
44 (1900)
Issue
Heft 4
Article
Actenstücke zur Geschichte der Confiscation der hebräischen Schriften in Frankfurt a. M.
Date
1900-01-01
Page
Seite 173 (sequence 7)
Language
German
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Aktenstücke zur Geschichte d. Konfiskation d. hebräischen Schriften. 173 mit Geld, und thut, was Euch obliegt, ich verlasse mich auf Euch. — Meine Lieben! Nach alledem hat Freitag, den 12teil Oheschwan 210 (— 26. Oktober 1509) der Markgraf von Baden 1)- in das Judenhaus der Gemeinde2) zu Verona geschickt, dass die Juden in sein Quartier kommen und ihm clen Inhalt ihres Gesuches wegen des Abtrünnigen mittheilen sollten, denn unser Herr, der Kaiser, hätte ihm befohlen, unser Prokurator zu sein. So ging ich an jenem Freitag zu ihm und war bei ihm etwa drei Stunden, er und sein Kanzler und ich. Er liess eine Bittschrift für mich anfertigen, wie Ihr in der Abschrift seht. Dafür gab ich ihm etwas, und sollte er unseren Willen nach dem Inhalt unsrer Bittschrift durchsetzen, so werde ich ihm ausserdem noch für seine Bemühungen 100 Gulden geben. So hat er denn auch gethan und persönlich sehr eifrig für uns gewirkt. Auch R. Isaak hat sich, bei einem Manne bemüht, der Tag und Nacht um den Kaiser ist, welcher noch mehr unserm Kaiserlichen Herrn zu Herzen reden und versuchen will, ob es möglich ist, diese Sache durchzusetzen, so dass es nahezu gewiss ist, dass wir durch R. Isaak von Triest und seine Gönner, und durch den Markgrafen von Baden und durch den Marschalk Goldecker, der gegen mich ganz ausserordentlich freundlich war, etwas erreicht haben werden zum Wohl der Gesammtheit. Da kam grade um diese Zeit Pfefferkorn, der Abtrünnige, Montag den löten Cheschwan (= 29. Oktober) an den Hof unseres Kaiserlichen Herrn und erhob angesichts aller Reiter und Fussgänger ein Geschrei über mich und verstänkerte mich vor allem Volk, so dass ich [für meine Sicherheit besorgt] mich dem Kaiser zu Füssen stürzen musste; der Marschalk aber sagte mir in seinem Namen, ich solle mich nicht fürchten,, da mir nichts geschehen werde. Der Kaiser werde Fürsten bestimmen, die den Abtrünnigen und mich verhören und eine contradictorische Verhandlung zwischen ihm und mir veranstalten und die Sache anhören und wohl überlegen und den Unschuldigen für schuldlos erklären, den Ungerechten aber verurtheilen sollen. Desshalb kamen R. Isaak und ich überein und ersuchten, dass man uns die in Frankfurt confiscierten Bücher wieder־־' herausgäbe und den Termin [der Verhandlung] so lange: 0 Christoph I (1475—1527). 2) wohl Amtshaus der Judeu. I

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