Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 44 (1900)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Zur Charakteristik des Levi ben Abraham ben Chajjim
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 165 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/2829132-2829741-2829746-2882607--29918-2882640- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Zur Charakteristik des Levi ben Abraham heu Chajjim. 165 Veränderung in Gottes Wesen hinein tragen und ausserdem eine verändernde Kraft, die in Gott oder auf Gott wirkt, zur Voraussetzung haben; auch zur Einführung einer hindernden Ursache, die erst zu einer bestimmten Zeit die schöpferische Thätigkeit frei gab, würde man nothwendiger Weise gelangen. Und ganz wie Gottes Wirksamkeit, müsste auch seine Weisheit, deren Produkt die Schöpfung ist, bis zum Zeitpunkt der Schöpfung gehemmt und gemindert gewesen sein 1). Solche Fragen, so hält unser Autor im Anschluss an Maimuni dem entgegen, darf aber nur der stellen, welcher die Welt ebenso ewig und nothwenclig wie Gott sein lässt und sie zu ihm in dasselbe Verhältniss absolut nothwendiger Folge setzt, in dem die Wirkung zur Ursache, beispielsweise das Licht zur Sonne steht2). Dann aber kann man auch nicht, wie Aristoteles es thut, Gotteö beabsichtigenden Willen als Grund der Welt annehmen und ihm Freude an derselben zusprechen3). Man braucht also, um jene Ansicht zu widerlegen, sie nur bis zu ihren äussersten Consequenzen zu verfolgen4). Was uns aber direkt die Existenz einer frei nach Absichten schaffenden ersten Ursache auf drängt, ist die Mannigfaltigkeit der WALt5). Wer ein absolut nothwendiges Hervorgehen des 1j S. More II, 14. L. b. A. führt zum Theil wörtlich die Satze des More an: vcrgl. z. B. ואמש עשה במחשבתו mit More II, 14 Ende: כאלו אמרה שהשם יתעלה אמש ברא העולם. Vielleicht ist in dem Ausdruck אמש eine Anspielung auf das Anagramm des Buches Jezira 3,1 f. enthalten, das ja auch Kus. IV, '25 angeführt wird: אמ״ש סוד :רול . . . שבהן :ברא הבל. 2) S. More II, 20: שחיוב מציאות העולם מהבורא ד׳ ל מהסבה הראשונה בהתחייב הצל מהנוף או התחייב החום מהאש או התחייב האור מהשמש. Her Vergleich stammt von Plotin her. 3) S. More II, 20. 4j Maimuni weist die Peripatetikcr zurück, indem er gewissermassen den Spiess umdreht. Sie hatten den Schöpfüngsbegriff ad absurdum zu führen gemeint, indem sie auf Widersprüche hinwiesen, die sich aus ihm ergäben; Maimuni zeigt, dass man mit den gleichen Mitteln auch gegen die Annahme der Weltewigkeit ankämpfen könne. Die Schlusssätze in dem angeführten 20. Gapitel, in denen Maimuni fragt, ob möglicherweise die ״späteren“ Schüler des Aristoteles der Weltursache die Absicht absprechen, sind in ironischem Sinne aufzufassen. 5) Cod. hebr. Mon. a. a. 0. יש רגו לראות על החרוש מהתיחד תנועות הגלגלים וסדרם במהירותם דאיחורם והתחלף חלקי הגלגלים במציאות הכוכבים וברברים ובמיעוטים והתחלף הכוכבים בגודל ובקטנוה וחלוף מראיהם ויציאת מרכזהם וגלגלי הקפותם ונטייתם והתחלף קוטביהם אשר הוא סבת נטיית גלגליהם נושאים למרכזי גלגלי הקפות גם ימין העליון שהוא המזרח מתחלף לימין הגלגלים אשר תחתיה וכל זה לא יוכלו להמשיך לפי החיוב אבל צורה זו יראה מענינה שתכליתה בעבור השפלים. Diese Sätze geben in wenigen Worten einen kurzen, aber klaren Ueberblick über die damaligen astronomischen Anschauungen; die Schlussworte vergl. mit S. 71 Anm. 1 u. 2.