Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 44 (1900)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Maccabäer als christliche Heilige
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 155 (sequence 11)
- Language
- German
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Die Maccabäer als christliche Heilige. 105 und in jeder derselben fanden sich Asche und Knochenreste. Zwei Bleitafeln waren angebracht, eine ältere im Innern, eine jüngeren Datums äuss erlich, die gleichlautend angeben, dass in diesen sieben Fächern sich die Gebeine und die Asche der sieben maccab. Brüder und ihrer Eltern befänden. Und gerade diese Bezeichnung des Eleasar und der Samuni als Eltern und Ehegatten spricht für die Identität der Gebeine mit den von Antiochia nach Constantinopel gewanderten und von da nach Rom geschickten. Denn nur die Constantinopolitanische Kirche hat Eleasar und Samuni als Ehegatten angesehen und nur daher kann diese Bezeichnung stammen. Ob der Sarkophag der gleiche ist, den der Gewährsmann des Itinerariums Antonini in Antiochia gesehen hat, — die sieben Abtheilungen entsprechen den genannten septem sepulcra, — ist nicht zu bestimmen; Rampolla möchte es annehmen. Dagegen ist ihm ein Hinweis dafür entgangen, dass der römische Sarkophag nur die Asche der sieben Söhne und nicht auch die der Mutter enthalten könne. Durch die Acta Sanctorum aufmerksam geworden, habe ich in Cornelis de Bruvns Reizen Delft 1(598, pag. 43 gefunden: ״In der patriarchalischen Kirche der Griechen zu Constantinopel, San Nicola geheissen, sieht man drei eiserne Kisten; und in einer derselben sind die Gebeine von der Mutter der sieben Jünglinge enthalten etc. etc.; die griechische Kirche verehrt sie als S. Macchabaea.“ So scheinen die Gebeine der Mutter in Constantinopel. geblieben, und die Inschrift auf den Bleitafeln des Sarkophags in der Beziehung falsch zu sein, als sie auch von den Reliquien der Eltern spricht. — Uebrigens haben die Päpste von den Maccabäerreliquien in früheren Jahrhunderten wahrscheinlich abgegeben, wie sie dies mit Theilen anderer Reliquien auch gethan haben. So rühmt sich auch üöln im Besitze von solchen zu sein. Aber die Acta Sanctorum bekräftigen ausdrücklich, dass die Cölner Ansprüche keinen Zweifel־ über die römischen Reliqaien entstehen lassen könnte]!. Der Sarkophag wird wohl noch in S. Pietro ad vincula stehen, wo Michel Angelo’s Moses, Leah und Rahel ihn bewachen können. — Von der angenommenen Forderung der Gebeine seiner Glaubensbrüder durch Judas Maccabaeus bis zur Ausgrabung des Sarkophags unter Pio IX ist es eine Reihe richtig an einander gegliederter Schlussfolgerungen, durch welche der gelehrte Cardinal die Identität dieser 1876 gefundenen Reliquien mit den Ueberresten der Opfer des Antiochus Epiphanes beweisen will. Rampolla glaubt die Legende von