Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 44 (1900)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Maccabäer als christliche Heilige
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 153 (sequence 9)
- Language
- German
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153 Die Maccabäer als christliche Heilige. worin der König auf Vorschlag des Reichsverwesers Lysias alles das zugestand, was Judas von Lysias in einer Denkschrift für die Juden hegehrt hatte1). Hier hat natürlich die Beweisführung des Cardinalstaatssecretärs eine Lücke; denn aus der angenommenen Vornehmheit Eleasars und der anderen Opfer, aus dem hohen Beispiel ihres Martyriums, aus der Pietät des Judas Makk. für im Kampf Gefallene (H. Makk. 1*2,3S1Y) lässt sieh doch nicht mit Gewissheit annehmen, dass in der Denkschrift des Judas die Auslieferung und das Begräbuiss der Märtyrer verlangt war; und Malalas ist• keine zuverlässige Quelle. Es steht fest, da-s sich die wirklichen oder angenommenen Geheine der sog. Maccabäer bis zum Gten Jahrhundert in einer ihnen zu Ehren errichteten Basilica zu Antiochia befanden. An dieser Stelle hat Ohrysostomus zu ihrem Ehrengedächtniss gepredigt. Doch wie kamen die Ueberreste von dem jüdischen Begräbnissplatze im Kerateum in die christliche Basilica? Der heilige Augustin (354—430) wirft den Juden vor, dass sie ihre glaubensstarken inaecab. Vorfahren treulos vergessen hätten, und sagt dabei: ״die Basilica ist jetzt in Händen der Christen.“ Und da, nach den Reden des Ohrysostomus zu schliessen, die Juden im IV. Jahrhundert zu Antiochia in beständigen Streitigkeiten mit den Christen daselbst lagen, so mögen damals die Christen die Maccabäergräber occupirt haben. Noch im vorigen Jahre gelang es Rampolla dalür einen bis jetzt noch unedirten Beweis aufzustöbern. Ein arabisches Manuscript der Vaticanischen Bibliothek enthält von einem arabisch-christlichen Autor eine Beschreibung Antiochias, die sehr alt sein muss, da sie nichts von dem, was nach dem VI. J. in Antiochia sich ereignet hat, schildert. Darin heisst es: ״In diesem Stadttheil (dem Kerateum) befindet sich ein grosses Gebäude, das־ die Bevölkerung, nachdem sie den christlichen Glauben angenommen hatte, in die Kirche der heiligen Ashmunit umwandelte. Die Kirche hiess bei den Juden Proseuche und lag im Osten auf der Höhe des Berges. Darunter befindet sich eine Art Krypta mit Gräbern, zu der man auf Stufen heruntersteigt. Diese Kirche enthält das Grab des Priesters Esra (Eleasar) und die Gräber von Ashmunit und ihren sieben Söhnen, die der König Agappius (Antiochus) wegen ihres Glaubens hat ermorden lassen, und sie sind da x) Die schon erwähnten Chronicles 'of Jchraineel erzählen hier das gleiche, wiederum gemäss Josippon IV. Maccab.-Buch.