Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1900-01-01 · Heft 4 · p. Seite 150

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
44 (1900)
Issue
Heft 4
Article
Die Maccabäer als christliche Heilige
Date
1900-01-01
Page
Seite 150 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2829132-2829741-2829746-2882606--29901-2882625
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

150 Die Maccabäer als christliche Heilige. dass sein gutes Herz ihm, das man aus II. Maccab. 4,37 herauslesen will, weh tliat, (siehe die richtigere Schilderung ,des Antiochus bei Dr. Hugo Weiss, Prof, der Theologie am Königl. Lyceum zu Braunsberg, ״Judas Macc. ein Lebensbild aus den letzten grossen Tagen des jüdischen Volkes“ 1897). Für uns steht jedenfalls nichts entgegen, dass wir Antiochia als den Wohnort der sogenannten Maccabäer annehmen; sie verstehen alle griechisch und sprechen so mit dem Könige; und wenn auch der zweite der sieben Söhne demselben zunächst in der Qual hebräisch antwortet, so scheint er doch seine letzten Worte griechisch gesprochen zu haben, da ja doch sonst sein Fluch auf den Tyrannen demselben unverständlich geblieben wäre. Nur mit der Mutter sprechen die Söhne in der vaterländischen Sprache, womit sich der König verspottet glaubt, was aber auch für Antiochia als Stätte spricht, da der Historiker des II. Maccab.-Buches für Jerusalem den Gebrauch der hebräischen Sprache nicht als etwas Besonderes zu erwähnen nöthig gehabt hätte. Dass das sog. IV. Maccab.-Buch ausdrücklich Jerusalem annimmt, berührt uns nicht1); denn dieses ist, wie Deissmann sagt, das Werk eines dem Stoicismus ergebenen Juden aus der Zeit nach Pompejus aber vor Vespasian, oder wie Freudenthal es nennt ״eine Predigt aus dem ersten nachchristlichen Jahrhundert“, mit dem sich allerdings Bampolla abfinden muss, da es die Kirche und auch noch z. B. Renan dem Josephus zuschreibt, das aber für uns der historisehen Autorität entbehrt. Die positiven Zeugnisse für Antiochia sind Hieronymus, der sich wundert, dass zu Moclin Maccabäer begraben sind, während er doch ihre Gebeine in Antiochia gesehen habe, — Hieronymus verwechselt die Söhne des Mathatias (die wirklichen) und die fälschlich so genannten Maccabäer — und vor allem Ohrysostomus, von dessen Homilien die schönsien die Lobreden auf die Maccabäer an ihrem Grabe zum 1. August ,sind, und der von den 3 Gefangenschaften der Juden in Aegypten, Babylonien und Antiochia predigt. Ein lateinisches Gedicht aus dem 3. oder 4. Jahrhundert von ג) Die von Gaster das vorige Jahr herausgegebenen Chronicles of Jehrameel (LXXXIX, lff) geben ebenfalls Jerusalem als Ort des Martyriums an. Hier beruht Jehrameel (s. auch The Journal of the Royal Asiatic Society 1900 p. 152 ff) ganz auf Josippon (Josephus, Gorionis Filius) III, 5 und YI, 42, 10), welcher wieder nach dem IV. Maccabäerbuche an dieser Stelle erzählt. Jehrameel berührt uns dahep auch nicht. Die Chronicles nennen die Mutter Hannah oder Mirjam.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.