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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1900-01-01 · Heft 4 · p. Seite 149

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
44 (1900)
Issue
Heft 4
Article
Die Maccabäer als christliche Heilige
Date
1900-01-01
Page
Seite 149 (sequence 5)
Language
German
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149 Die Maccabäer als' christliche Heilige. iirr eigentlichen Ptolemäergebiete keine Yerfolgungen stattgefunden haben, sie doch ebensowenig in Palästina localisirt waren. — Für die Bestimmung von Antiochia als Ort des Martyriums isf noch die Frage des Beginns der jüdischen Diaspora zu betrachten. Die Ansichten Willrichs, der die ägyptische Diaspora viel zu spät ansetzt, sind von Wellhausen berichtigt worden, und Willrich (Archiv für Pap3rruskunde I S. 52 ״der Chelkiasstein“) hat seine Ansicht selbst geändert. Dazu ist jetzt noch das grosse Material, das Wilcken’s hervorragendes Buch ״griechische Ostraka“ (1895) geben, getreten. Er bringt schon eine Reihe Namen jüdischer Steuerpächter in Aegypten aus dem 2. vorchristlichen Jahrhundert, aber noch sind die möglicherweise aus dem Hebräischen übersetzten, hellenisirten jüdischen Namen in der Liste der Steuerpächter nicht durchgearbeitet. Wiewohl die jüdische Diaspora für das III. Jahrhundert in Aegypten schon nachweisbar ist, sind jüdische Steuerpachter aus dieser Zeit Wilcken noch nicht begegnet. In Betreff der jüdischen Niederlassungen in Antiochia stimmt dagegen Wellhausen mit Willrich überein, dass solche vor Antioclius IV Epiphanes nicht stattgefunden haben, wahrend Rampoila, dem Josephus folgend, eine viel frühere Einwanderung jüdischer Familien in Antiochia annimmt. Für unsere Frage genügt es jedoch, dass feststeht, dass Epiphanes nach dem Massacre von Jerusalem Tausende von Juden in die Sclaverei nach Antiochia führte, unter welche die Märtyrer mitgerechnet werden könnten. Das war im Jahre 144 der seleucidischen Aera, gegen dessen Ende die grausamen Religionsverfolgringen, sei es auf ein Edict hin oder aus den schon erwähnten Gründen, entstanden sind. Um diese Zeit bis zum Herbst 145 verweilte auch Antiochus IY in der syrischen Hauptstadt; wie Dioclor und Polybius bezeugen, gab er damals in der Vorstadt Daphne Spiele und empfing den römischen Gesandten Tiberius Gracchus. Man hat neuerdings — und namentlich Willrich hat dies unternommen — den König zu einem grossen Regenten und guten Menschen stempeln wollen, der so etwas Blutdürstiges wie das grässliche Hinmorden der sogenannten Maccabäer gar nicht habe über sich bringen können. Mag er immerhin ein tüchtiger Herrscher gewesen sein — seine Einheitsstaatsbestrebungen sprechen ja nicht dagegen —, durch seinen 13jährigen Aufenthalt in Rom, wo Gladiatorenspiele und Thierhetzen damals schon beliebt waren, hatte er sein Gefühl genügend abgehärtet, um auch die Todesquälen von 9 gläubigen Juden mit ansehen zu können, ohne

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