Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 44 (1900)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Maccabäer als christliche Heilige
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 148 (sequence 4)
- Language
- German
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148 Die Maccabäcr als christliche Heilige. mal citirt. Doch liahen wir die erwähnte moderne protestantische Bibelkritik hei der Prüfung von Bampolla’s Beweisführungen stets benutzt. Der grosse elsässische Bibelübersetzer Ed. Beuss sagt im VII. Band: ״Dass auf des Königs Befehl grausam mit den ge״ setzestreuen Juden verfahren wurde, ist auch sonst bezeugt.. Die vorliegende Erzählung ist aber schon darum eine Legende, weil es Thatsache ist, das Antiochus bei der furchtbaren Heimsuchung Jerusalems gar nicht anwesend war“; und an anderer Stelle: ״was ehemals dem zweiten Maccabäerbuche seine populäre Berühmtheit verschafft hat, der Bericht über die grässlichen Qualen der Märtyrer und die Beelen, welche sie an den König richten, der ihrer Hinrichtung als Zuschauer beiwohnt, das ist ohne Frage eine Legende, eine reine Fabel, mag der Verfasser sie selbst erdacht oder nur nacherzählt haben; denn es ist eine sichere Thatsache, dass Antiochus während der eigentlichen Verfolgung gar nicht in Jerusalem anwesend gewesen ist“. Von solchen Schlüssen gellt Bampolla aus; sein Erstes ist zu beweisen — was schon andere vor ihm angenommen haben —, dass des Antiochus Abwesenheit von Jerusalem kein Grund ist, an der Erzählung zu zweifeln. Denn das Martyrium habe in Antiochia stattgefunden. Die Legende davon ist von VI, 18— VIII, 41 des zweiten Maccabäerbuclies erzählt, aber in dieser ganzen ausführlichen Schilderung ist weder Jerusalem noch sonst eine Stadt als Ort des Dramas genannt, und ebensowenig ist aus dem Text zu lesen, dass die Verfolgung in Palästina eine locale war. Antiochus ging doch davon aus, seine Herrschaft durch Hellenisirung aller der von ihm unterworfenen Gebiete zu befestigen, und so bezieht sich Bampolla auf das I. Maccab.-Buch 1,41, worin es heisst: ״Nunmehr liess der König ein Edict ausgehen, dass in seinem ganzen Beiche alle nur eine Nation sein sollten und jeder sein besonderes Gesetz aufgebe“. Allerdings weiss die Geschichte nichts (s. Beuss 1. c.) von solch’ einem Edicte; aber die Habsucht und die Geldverlegenheiten des Königs und die Hetzereien der hellenistischen Partei unter den Juden mochten für die Gesetzestreuen gleiche Schwierigkeiten und Gefahren hervorgerufen haben, als wenn ein solches Edict thatsächlich erlassen worden wäre. Aehnlich spricht auch das zweite Maccab.-Buch davon, dass die Ptolemäer in den benachbarten griechischen Städten den Juden griechische Beligionsgebräuche aufzwingen wollten, ein Unding, da die Ptolemäer philosemitisch waren, aber doch auch als analoge Erzählung, ein Beweis dafür, dass, wenn auch