Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 44 (1900)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Materialien zu einer Biographie Wolf Heidenheims
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 135 (sequence 9)
- Language
- German
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Materialien zu einer Biographie Wolf Heidenheims. 135 versprach. Ein(3 Anekdote Berichtet, es habe sich thatsächlich ein so peinlich genauer Finder gemeldet und auch die Goldstücke erhalten. ״Seine Verdienste um Correktheit der Bibelausgaben sind unschätzbar“ 1). ״Wichtig für den Zweck, den massorethi,sehen Text mit möglichster Genauigkeit wiederzugeben, sind die Schriften von Wolf b. Simsen Heidenheim“2). Bis an sein Lebensende arbeitete und edirte Heidenheim. Mit bedeutenden Männern stand er im Briefwechsel, mit Menaehern Mendel Steinhardt, dem Rabbiner im Consistorium des Königreichs Westfalen, der ein Schwestersohn seines Fürther Lehrers war 3), mit dem bekannten Gelehrten H. J. Michael in Hamburg, dem ausgezeichneten Stylisten Salomo Pappenheim4) u. a,, auch mit einem christlichen Gelehrten namens Schmidt. Er lieferte Beiträge für die Zeitschriften ״Sulamith“ und ״Meassef“; in letzterer wird er ״der erste Klassiker der jüdischen Litteratur“ genannt. Neben seine Eigenschaften als Gelehrter traten würdig die rein menschlichen; noch heute wird seine Bescheidenheit, Wohlthätigkeit und gewinnende Liebenswürdigkeit gerühmt. Wie die Verehrer Goethe’s in den letzten Jahrzehnten seines Lebens nach Weimar pilgerten, um dem grossen Dichter zu huldigen, so wurde auch Heidenheim, wie sein Nachruf sagt5), verehrt und geliebt von allen, die ihn kannten, wie ein ehrwürdiges Orakel von christlichen und israelitischen Freunden aufgesucht. Der jugendliche Abraham Geiger zog oft an Sabbath- und Festtagen von Frankfurt hinaus zu dem verehrten Nestor nach dem nahen Rödelheim6), und vom Ende der zwanziger Jahre berichtet Dr. B. H. Auerbach, später Rabbiner in Darmstadt, dass er bei H. Vorgesprächen habe7). Die Spitzen der Frankfurter Gemeinde, mit denen Heidenheim in freundschaftlichem Verkehr stand, wollten ihm die Leitung der damals in Aussicht genommenen neuen Schule, der sogenannten Carlsschule, übertragen. Der Plan kam aber nicht zur Ausführung 8). 1j Jost, Geschichte der Israeliten XI, 139. 2) Buhl, Urtext und!Übersetzungen der Bibel, Sonderabdruck aus 4d. Realeneyel. 1. prot. Thcol. und Kirche, Leipzig 1897. S. 15. 3) Yerf. des דברי מנחם (Olfenbach 1804) und דירי האגרה (Rödelh. 1812) (Eesponsen). 4) S. S. 104, Anm. 1. 5) Frankl*. Postzcitung. 6) S. dess-cn nacligel. Schriften I, 302, wissensch. Zcitschr. f. jüd. Theologie I, 1*27 7) S. dessen Gesch. d. isr. Gern. Halberstadt, S. 178. 8) Vgl. Baerwald, Zur Gesch. des Philantropins [in! Jahresbericht der Anstalt für 1875], S. 13f.