Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 44 (1900)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Materialien zu einer Biographie Wolf Heidenheims
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 130 (sequence 4)
- Language
- German
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130 Materialien zu einer Biographie Wolf Heidenheims. Namen תועליוח die Nutzanwendung■ jedes Pentateuchabsclmittes und dessen Wissensei־gebniss von dem bekannten Religions- Philosophen Gersonides. Es ist einleuchtend, dass die Anzahl der Subskribenten auf ein Werk, das in mehr als 800 Quartseiten erst das 48 te Gapitel der Genesis erreichte, keine sehr grosse sein konnte, zumal Heidenheim keine Kosten scheute, um dem Werke eine möglichst gute Ausstattung zu geben. Die jüdische Wissenschaft hat mehrere Male ihr Bedauern ausgesprochen, dass dieses Werk ein Fragment geblieben ist. Ihr sind Heidenlieims Forschungen ״von höchstem Werthe.“ Sein Schrifttext ist der denkbar correcteste; mehrere Handschriften lagen ihm vor, die ältesten Druckwerke benutzte er. Die Accente sind ihm Hauptmittel der Exegese, ohne sie tappt der Erklärer im Dunkeln, ״wie ein Blinder in der Dunkelheit“, sagt er treffend. Seine grammatischen und stilistischen Bemerkungen sind Legion, lateinisch und griechisch zieht er heran. Seine Commentare sind eine Fundgrube für die hebräische Syntax. Häufig decken sich seine Erklärungen mit denen der neuesten Exegeten, immer bewahrt er Selbständigkeit und Unbefangenheit. Er ist ein nüchterner, wahrheitsliebender Exeget. Wo die Wahrheit nicht eruirt werden kann, gesteht er es offen ein, so z. B. äussert er sich über die vier Ströme, die aus dem Paradiese flössen: ״Wir haben darüber keine glaubwürdige Tradition, und noch die neuesten Bibelforscher sind im Streite darüber“. Ebenso freimüthig ist er bei der Erklärung des Edelsteins בדלו־ן. indem er sagt: die Wahrheit ist, dass wir es nicht wissen, und noch heute stehen sich die Erklärungen gewichtiger Exegeten darüber gegenüber. Die gesammte jüdische Litteratur, vom Talmud und Midrasch bis auf Mendelssohn und Hartwig Wessely, zieht er heran, ebenso aus nichtjüdischeniKreise Beisebesclireibungen u. dergl. Heidenheim wurde gezwungen das begonnene abzubrechen. Er sah ein, dass er dieser Aufgabe allein nicht gewachsen war, und hielt nach einer tüchtigen geschäftsniännischen Kraft Umschau, die er sich zugesellen wollte. Diese fand er in Baruch Baschwitz, der das glückliche Widerspiel von Heidenheim bildete. War letzterer eine stille, bescheidene Gelehrtennatur, so war Baschwitz ein energischer, praktischer und intelligenter Kaufmann. Sein Bild zeigt ein kraftvolles Gesicht mit hoher Stirn, dem man Entschlossenheit und Klugheit ansieht. Er war in Frankfurt a. d, Oder 1765 geboren, erlernte in Berlin