Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 44 (1900)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Materialien zu einer Biographie Wolf Heidenheims
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 128 (sequence 2)
- Language
- German
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128 Materialien zu einer Biographie Wolf Heidenheinis. jüdischen Gemeinde. Mit Bienenfleiss lag er dem Studium des Talmud und der rabbinischen Litteratur ob und legte die Grundsteine seines erstaunlichen Wissens, das er später in seinen Werben bekundete. Unter seinen Lehrern wird der Rabbinatsassessor R. Jacob Katz genannt. Die Bodlejana in Oxford (cod. 1905, 2) bewahrt unter ihren Handschriften auch die von Heidenheim gesammelten Erklärungen dieser seiner Lehrer zum Pentateuch auf. Seinem Freundeskreise gehörten der Rabbinatsassessor Jacob ben R. Tewele Schamines an1), in dessen Bibliothek er arbeitete, sowie der Gelehrte Seligmann Schammes, dessen reiche •und noch heute in Frankfurt erhaltene Bücherschätze Heidenheim eifrig benutzte2). Seligmann Schammes, ein tüchtiger Grammatiker, lieferte ihm auch einige Beiträge zur Erklärung des Machsor. Ebenso verband ihn ein inniges Freundschaftsband mit dem Frankfurter Rabbiner Pinchas Horowitz, der ebenfalls einiges zur Commentirgung des Machsor beisteuerte3). Der klare, nüchterne, kritische Sinn, der Heidenheim auszeichnete, mag den Grund für jene Unterstellung gebildet haben, er sei der Verfasser des anonym erschienenen Schriftchens 1790) מעשה תעתועים), welches in scharfer Polemik gegen das Treiben der Anhänger des der Kabbala huldigenden R. Nathan Adler in Frankfurt sich wandte. Heidenheim war aber keine Kampfnatur — sein Bild weist überaus milde Gesichtszüge auf —•und stand der Autorschaft fern4). Folgenreich war für ihn die Bekanntschaft mit dem später sehr einflussreich gewordenen und um die deutschen Juden hochverdienten Wolf Breidenbach. Dieser war ebenfalls Bachur in Frankfurt und gelangte durch Klugheit, Fleiss und Ehrlichkeit zu grossem Reichthuni und hohem Ansehen bei mittel- und süddeutschen Fürstenhäusern. Dem edlen Manne gelang es, den schmählichen Judenleibzoll grossentlieils abzuschaffen5). Er unterstützte die Herausgabe des Machsor durch litterarische und bedeutende pekuniäre Beihülfe6), 9 lieber ihn s. Horowitz, Frankfurter Rabbiner IV, 34. 3) Das. 91. 3) Vgl. סדר ד,ושעגות, S. 95 und Vorbemerkung zu שחרית של ■מם כפור. 4) Steinschneider, hehr. Bibliographie (Hamaskir), .1862, S. 27 und 78. Vgl. jedoch Roest, Kat. d. Rosenthaliana 430 u. Anh. Nr. 1212. 6) Graetz, Geschichte der Juden, XI, 253ff. 6) Silberstein, Zeitsehr. f. d. Gesch. d. Jud. in Deutsch!. V, 129; vgl. Vorrede zum Machsor für שבועות.