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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1900-01-01 · Heft 3 · p. Seite 102

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
44 (1900)
Issue
Heft 3
Article
Das Adlergesicht im vierten Esrabuche
Date
1900-01-01
Page
Seite 102 (sequence 6)
Language
German
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.102 Das Adlergesicht im vierten Esrahnche. dass die erste Gestalt unseres Buches kaum aus unserer Zeit stammt. Die Scheidung der Kaiser in zwölf und drei hat in den ersten Jahren Antoninus Pius keinen Platz, die drei Häupter könnten, als die drei letzten Kaiser nur Nerva, Trajan und Hadrian sein, aber die Deutung, dass nur der erste auf seinem Bette sterhen wird, stimmt nicht, denn sie sind alle drei eines natürlichen Todes gestorben. Mag man auch annehmen, dass Trajan, der fern von Born seinen Geist aufgab, im Ghetto von Born als von seinem Nachfolger oder mit dessen Wissen beseitigt, umging, zumal da Hadrian glaubte, andere Bahnen wandeln zu müssen wie Trajan; mag es auch sein, dass der römische Jude glaubte, es habe schliesslich doch einer dem Hadrian den Gnadenstoss gegeben, nach dem der unheilbare Kranke so sehnlich verlangte; die Häupter sind, damit noch nicht erklärt. Denn die Häupter sollen mächtiger und gewaltthätiger sein als die Flügel, weshalb sie eben als Häupter, nicht auch als Flügel figuriren. Mächtiger waren nun freilich Trajan und Hadrian als ihre Vorgänger, aber von Nerva kann man das eben doch nicht behaupten. Auch konnten die Juden ja wohl Trajan und Hadrian besonders schwarz malen, aber ob neben den beiden Titus vergessen werden konnte, möchten wir denn doch bezweifeln. Und wenn auch, so hatte Nerva den Juden doch gar nichts gethan. Gerade weil der Adler drei Häupter hat und nicht zwei, weil die Aussagen über die Häupter deutlich erkennen lassen, dass der Prophet Nerva, Trajan und Hadrian nicht meinen kann, können wir das Euch nicht in der Hadrianszeit unterbringen. Die drei Häupter werden nun meistens auf die Flavier bezogen und keine Deutung macht sich natürlicher. Von Vespasian, Titus und Domitian kann ein Jude dreist behaupten, sie seien mächtiger und gewaltthätiger gewesen als ihre Vorgänger. Hatte doch Vespasian die Staatsmaschine, die schon aus den Fugen zu gehen drohte, wieder in geordneten Gang gebracht. Und Vespasian, der Feldherr gegen die Juden, Titus, der Zerstörer des Tempels, und Domitian mit seinen Judenedicten, vor denen seine eigene Verwandtschaft nicht sicher war, konnten wohl als gewaltthätig bezeichnet werden, zumal da es an Judenverfolgungen an allen Orten und Enden nicht fehlte, da Juden die Sklavenmärkte füllten, in den Bergwerken arbeiteten und bei den Flavierbauten in Born frolmdetem Von einer solchen Herrseberfamilie, obgleich sie sonst zu den besten zählen, die Rom gehabt, und besser waren, als die sittlich ver-

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