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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1900-01-01 · Heft 2 · p. Seite 63

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
44 (1900)
Issue
Heft 2
Article
Zur Charakteristik des Levi ben Abraham ben Chajjim
Date
1900-01-01
Page
Seite 63 (sequence 5)
Language
German
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Zur Charakteristik des Le־vi bei! Abraham bon Cliajjim. 6B 7 u. 8 sowie Mal. 1,11 zeigen es deutlich. Auf den ersten Blick könnte es hiernach scheinen, als verriete der Segen ■ Jakobs (Gen. 48,16) heidnische Anschauung. Hiergegen spricht jedoch die Thatsache, dass es sich um einen Segensspruch und kein Gebet handelt, und sodann auch der vorhergehende Vers, in dem ausdrücklich Gott angerufen wird. Die beiden Verse sind in ihrem Zusammenhänge ganz nach Analogie von Gen. 24,7 aufzufassen. Sich an ein Mittelwesen zu wenden, wäre völlig unnütz: weshalb einen Anwalt zwischen uns und Gott stellen, da diesem doch alle unsere Gedanken offenbar sind, und eine Willensänderung in ihm unmöglich ist? Unsere wahren Fürsprecher bei Gatt sind unsere guten Thaten1). Gott braucht auch niemanden, der ihn an etwas erinnert; denn dies würde ja auch voraussetzen, dass in Gott ein Gedanke neu entstehe. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass diese Ausführungen eine polemische Spitze gegen das Christenthum enthalten sollten2). Für ״Engel“ und ״Prophet“ kommt in der Bibel derselbe Name vor in Deut. 18,15, wie . dies ein Vergleich mit Exod. 23,21 zeigt3). Auch das Wort ״ מלךKönig“ wird sowohl für den Engel als auch für den Propheten gebraucht. Die erstere Bedeutung ist gesichert durch Spr. 25,3; denn dieser Vers besagt, dass, wenn dem Weisen auch die Höhe des Himmels und die Tiefe des Erdengrundes bekannt ist, ihm die Erkenntniss ג) S. Abot IV, ll. 2) Es sei hier bemerkt, dass David Kimchi im Über radicum s. y. ירא eine Erklärung seines Vaters zu Ps. 180,4 anführt, die eine interessante Polemik gegen den Mittlerglauben darstcllt. 3) Diese Erklärung beruht auf More II, 34. Vgl. Cod. hebr. Mon. a. a. 0. יש שכנו אח המלאך נביא בדרך שצור, במקום אחר אליך תשמעון כתרגומו ונראה שלהרחיק זה אמרו (Ex. 23,21) וטעם כי שמי בקרבו (Deut. 18,15). (B er ach. 34 a (V, 3) u. Megilla IV, 9) האומר יברכוך טובים הרי, זד, דרך מינות; bei dem Schluss des Satzes scheint Levi den Gedanken vor Augen, zu haben den die Tossaphot zu Megila 25a s. v. יברכוך aussprechen: אי נמי משום דמחזי כשתי רשויות כלומר אל הים טובין. — Obgleich die LA. des Münchener MS. ויש שבנו את המלאך נביא sich vielleicht aus der angeführten Stelle des More rechtfertigen liesse, so dürfte es sich doch empfehlen zu lesen: ויש שבנו את הנביא מלאך. Datür spricht More II, 41 sub fin.: שהנביא פעמים נקרא מלאך und II, 42 ושהנביא ו.״כ יקרא מלאך ובו׳ ebenso I, 15. Durch diese Aonderung wird auch der talmudische Ausspruch in besseres Licht gesetzt. Für die philosophischen Grundlagen dieser Exegese vergl. ausser Schern Tob und Ephodi zu More 11,34 noch Mischne Tora Jes. Tora 7,1: י * * תתערב נפשו במעלה המלאכים הנקראים אישים. ויהפך לאיש אחד. Einige Parallelen führt Bacher, Bibelex. Maim., p. 68 n. 3 an. Zu denselben lässt sich noch Ibn Esra zu Num. 20,16 hinznfügen.

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