Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 44 (1900)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Zur Charakteristik des Levi ben Abraham ben Chajjim
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 61 (sequence 3)
- Language
- German
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Z11r Charakteristik des Levi ben Abraham ben Chajjim. 61 Einer besonderen Besprechung hält unser Autor das ״kurze Gebet“ Rabbi Eliesers*), für wert. Es schien ihm einer besonderen Erläuterung bedürftig, dass man zu Gott flehen solle, sein Wille möge im Himmel geschehen, und dass dieser Wunsch in Verbindung gebracht werde mit dem andern, Gott möge den Frommen den Frieden im Herzen zu Teil werden lassen. Leyi schwankt seiner Gewohnheit gemäss zwischen mehreren Erklärungen, ohne sich für eine derselben fest zu entscheiden. Die erste weist darauf hin, dass, da die Gestirne in ihrem Wirken unwandelbar sind, ein Unglück demnach, das ihre Conjunktion herbeizuführen bestimmt ist, unabwendbar bleibt* 2), die Menschen leicht der Verzweiflung anheimfallen könnten. Da wird denn Gott angefleht, ihnen dennoch die Seelenruhe zu gewähren, damit sie alles willig auf sich nehmen. Im Bewusstsein von der Unverbrüchlichkeit des Naturgeschehens sieht also unser Autor nicht einen Factor, der die Ergebung in den göttlichen Willen erzeugt oder doch erleichtert, sondern einen, der sie leicht stören kann. Seine zweite Auffassung geht davon aus, dass Gott, unbeschadet der Naturgesetze, den Frommen ihrem unheilbringenden Einfluss entziehen könne, und dass er ihn vor allem zufälligen Unglück behüte3). Weil hierdurch im Menschen die Meinung erweckt werden kann, dass in Gott eine Willensänderung, mithin ein Leiden möglich sei, betet der Talmudlehrer, Gott möge den Gerechten Seelen־ ruhe schenken, d. 11., sie vor jenem Irrthum bewahren. Als letzte Eventualität wird es hingestellt, dass jenem Gebete der Gedanke zu Grunde liege, dass wir oft nicht wissen, was für uns wahrhaft heilsam ist; deshalb sei es für den Frieden unseres Gemütes das Beste, wenn Gott uns schickt, was er für gut hält3). Hierdurch werden auch die Worte des Sabbathtischgebetes erläutert: ״Mit deinem Willen schenke uns Ruhe;“ sie ף S. Berach. 29b u. Jer. Ber. III, 7. 2) Vergl. hierüber die Ausführungen auf S. 66 f\, wo diese ganze Frage, inwieweit Naturgesetze um eines Frommen willen von Gott abgeändert werden, behandelt wird. 3) S. S. 66, n. 2. Vergl. More III, 51 כי הענץ המביא להשגחה וכן׳. 3) Vgl. Cod. hebr. Mon. a. a. 0. אע״פ שתשלים חפציך עזרותיך אשר חזקה שיובלו לקבל ברצון (Berach. 29b) בשמים ולא ישתנו כחות הכוכבים תן נחת רוח ליריאיך הגזרות ההם או הן יהם דרך וענין שלא יזיקם המזל ושמרם מהמקרים וידענו שלא ישיג לך שנוי והפעלות בזה כי כן תמיד חפצך הקדמון ולעולם תעשה הטוב בעיניך גם נוכל לפרש הטוב בעיניך עשה כי פעמים רבות לא נודע להבחין מה הוא הטוב לנו לפי האמת לכן אתה תבחר ולא אנו.