Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 43 (1899)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Joachanan ben Zakkai in christlicher Beleuchtung
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 553 (sequence 6)
- Language
- German
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.Tocliannn bon Zakkai in christlich«*!• Beleuchtung. 53<״ sagt ist: imd di(‘ Schrift war Gotics Schrift. (Nur di(‘ Schrift war Gottes.) Sic machten ein Gleichnis; wem gleicht di(‘ Sache? Dein Könige von Fhisth und Jhlut, <!< 1־ sich ein Weib antiaufc. Bringt■ nicht er den S< lncil־cr und die "Mute und die Feder und das Papier und die Zeugen? Hat sie sich vergangen, so bringt si«.• das alles, Genug für sie, dass ihr der König die Sciirift giebt. Kr (‘]־kennt seine eigene Hand״. Den von mir unterstrichenen Worten entspricht : הלה סביא את הלבלר ובו, קילקלה היא יזביאה את הבל דייה שיתן לה המלך כתב היכר יד שלו. Unser Verf. hat also הלה jener) für eine Fragepartikel gehalten. Schlimmer aber ist es, dass er nach כתב den Satz zu• Ende gehen lässt und die letzten drei Wort(‘ als selbstständigen Satz aulfasvf: ״Kr erkennt seine eigene Hand“, was purer Unsinn ist. Es muss übersetzt• werden: ״Genug für sie, dass ihr der König seine eigenhändige׳ Unterschrift giebt*. Der König unterschrieb nicht den vollen Namen, er hatte, wie die Vornehmen im Allgemeinen, blos ein .,.Handzeichen“, was mit כתב היכר יד שלו ausgedrückt, ist. Man möchte meinen, dies(‘ angeführt־(‘ Deutung sei eine echt rahbiniselie, doch dem ist nicht so: ״Auch hier liegt in der methodisch den Text׳■ nuspressenden Exegese: di(‘ Schrift ist Gottes, also mir di(‘ Schrift, ein griiM liisc■lies Element“, behauptet׳■ Sch, Nach dieser Auffassung ist der ganze Midrasch grieehis<h. Auf den griechischen Eintiuss kommen wir jedoch noch zu sprechen. S. B<‘> unten giebt Verf. eine Deutung, die wir getrost (‘in»‘ agadische nennen dürfen. Er übersetzt Tos.. B. k. 7,10 (B.VJ!) richtig: ״Es sagt(; B. Jochanan b. Z.: komm und sieh, wie Gott die Ehre der Geschöpfe schont. Der Ochse, weil er auf seinen Füssen geht, wird 'fünffach ersetzt, das Schaf, weil man cs trägt, wird vierfach ersetzt“. Sch. eitirt die herkömmliche Auslegung, nach welcher der Diebdadurch, dass er das Schaf tragen musste, in seiner Ehre verletzt sei, es genüge daher eine mehrfache ]Rückerstattung. Gott schont sogar die Ehre des Diebes, das ist die Pointe dieser Deutung. Sch. hat aber die Worte על כבוד הבריות, die ausschliesslich die Ehrt; des Mensehen bedeuten, in seiner buchstäblichen Ebersetzungsmethode mit. ,,Mire der Geschöpfe“ w.iedergegobi-n und sieb dadurch eine Grundlage für die folgende Deutung geschaffen: ״Vielleicht hat Jochanan an die verschiedene Stärke der ׳J liiere gedacht, der auch Gottes Gesetz Rechnung *trägt■. Der (hhse als das stärkere empfängt höhere Ehre, das Schaf als das schwächere geringere. Darum wird der Raub des Ochsen härter bestraft als der des Schafs“.