Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 43 (1899)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Das Problem der jüdischen Sittenlehre
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 447 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Problem dor jüdischen Sittenlclire. 447 nicht auf in seinen Attributen, auch nicht in den sittlichen. Hier aber heisst es: ״das UL Huch seiner Metaphysik und das K. seiner Physik lassen keinen Zweitel darüber, dass sein Hott; nicht eine bewegende Kraft ist, und nichts keimt, als sich selbst.“ (iS. dSSf.). Dass der Hott sieh selbst denkt, heisst׳ hier: dass er nichts kennt als sich selbst. Und dass er unbewegt ist, heisst liier: dass er nicht ״eine bewegende Kraft ist“. Die oberlhiidiliehste philosophische Dildung 11:1t es einmal irgendwo aufgelesen, dass der aristotelische Hott der unbewegte Peweger ist: dass er unbewegt ist, weil er die bewegende Kraft sein soll. Diese ganze Gelehrsamkeit aber entfaltet sieb, um Maimonides herabzusetzen als »‘inen unselbständigen Nachbeter dieses Götzen, der doch klärlieh so gar keim‘ 1 Jeziehung zum Gesammtgeiste des Juden( 1111 ms hat. Der Vorzug des Talmud besteht, ja, wie wir schon gesehen haben, nach dem Urtheil dieses Logikers in seinem Mangel an logischen HegrilTen. ״Will man vor Allem der Wahrheit die Klm* geben, so muss man einfach zugestehen dass in der Mischnah, und vollends in der Gemara die systematische Ordnung dürftig und die logische Ableitung des Einzelnen aus dem Allgemeinen sehr unvollkommen ist“. (S. Ts<5) Punktum! 1)0111־ nein! Die logische Unordnung geht weiter. ״Und so ausdauernd herrschen die ererbten Den k formen, dass sogar bei Maimonides, dem durch griechische Philosophie geschulten Denker, die Darstellung der ganzen Gesetzsammlung . . massig und unzulänglich erscheint׳־, ln 1 Jezug auf die logische Ableitung wird wenig gehustet, vielmehr nur das Einzelste an das Allgemeinste angeknüpft, während die Mittelglieder wirklicher Ableitung fehlen“. Wer das nicht glauben sollte, würde vormuthlieh nicht an die Oontinuität׳ im Gesammtgeist des Judenthums glauben. Weiter geht es sodann über Maimonides, als den Philosoplien. ״Dass auch in der freieren philosophischen Abhandlung des Maimonides, in der Specialschrift zur Degründung der Ethik, in den S Kapiteln“. Wir halten an: Man kann an der theihveisen .Pegriindung der Ethik in den S Kapiteln Anstoss nehmen, und wird dennoch die Fülle principieller religiöser und selbstständiger Gedanken darin bewundern müssen. Der Verfasser fährt fort: ״die logische Ableitung dürftig ist, kommt allerdings zugleich auf Rechnung des Aristoteles. Es war wenig glücklich, diesem gerade in der Ethik zu ־folgen, da sie bei allen sonstigen Vorzügen, am meisten der