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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1899-01-01 · Heft 9 · p. Seite 398

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
43 (1899)
Issue
Heft 9
Article
Das Problem der jüdischen Sittenlehre
Date
1899-01-01
Page
Seite 398 (sequence 14)
Language
German
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Das Pr<der jüdischen Sittonlehre. 3!>H mehr bloss Urgestalt, sondern als TTrc(11ell auch Vorbild. Und so sind wir glücklich bei Plato und Philo angelangt. Da es nun bei Gott. als dein alleinigen Pmudp der Sittlichkeit, sein Bewenden nicht haben soll, so macht•, wie, billig. <lie menscdiliche Vernunft den bequemen Ueborgang. ■ ״Abraham habt‘ bereits alle SiUcngesotze beobachtet.4‘״ ־Seine eigne Vernunlt ist dem Abraham die Quelle sittlicher Belehrung gewesen.u (8. bl.) Nebenbei gesagt;, ist die Belehrung ungenügend: aut die Entdeckung kommt es um. Aber auch diese bildet für den Dogmatiker keinen Widerspruch. Denn wie das Sittengesetz, genau ebenso auch ist die sittliche Vernunft, die beide identisch sind, mit Gott identisch. Es bleibt also auch für Abraham Gott der Urheber der Sittlichkeit•. Hier aber be- (huitet die Verbindung des Sittlichen mit Gott: ״nicht zur Begründung des Sittlichen, sondern zur Einsehriink ung desselben gebürt d ie Beziehung auf Gott.“ Also bildet Gott, wieder nicht den Grund des Sittlichen. Die Beziehung auf Gott Ut nicht die Begründung, gehört nicht einmal zur Begrfmdung. Und der Werth und der Vorzug der Ethik des Judenthums soll jetzt in nichts Anderem bestehen, als dass sie die kantisclie Ethik vor Kant offenbart buhe. (Vergl. S. bf> f.) Angesichts der feierlichen Versicherung hätte man das Bekenntniss erwarten dürfet!, dass die Wiederentdeekung durch Kauf einigen Einlluss auch auf die Keeognition des Verfassers gehabt haben möchte. Indessen sind wir genöthigt, eine kurz(‘ Erörterung über die Bedeutung des Brincips der Autonomie innerhall) der kantisehen Ethik hier einzuschalfen. Und wir gehen uns dabei der Hoffnung hin, durch diese Klarstellung zugleich das ethisch(‘ Princip des Judenthums, als das Princip seiner Dogmatik, gegen Entstellung zu schützen. Di(‘ Autonomie ist das methodische Prineip der Ethik, als Wissenschaft. Schon in der Naturwissenschaft, als mathematischer Naturwissenschaft, ist (*in Erkenntnissprincip unentbehrlich. Es giebl keine Naturobjekte, noch auch Naturkrüfte vonvornherfin für die Wissenschaft׳; sondern Kräfte und Körper sind durch Gesetze erst zu entdecken. In dem Begriff der Gesetze aber liegt es, dass sie nicht an sich vorbanden seien; sondern seihst entdeckt worden müssen. Siefordern also einen Grundsatz, oder eine Mehrheit von Grundsätzen. So sind die Grundsätze die Principien der Naturgesetze. Noch wichtiger beinahe ist für die sittliche Erkenntniss die Einsicht: dass sie auf einem Grundsatz beruhen müsse. Denn wie in der Natur die Körper und die Kräfte, so scheinen mehr

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