Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 43 (1899)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Das Problem der jüdischen Sittenlehre
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 390 (sequence 6)
- Language
- German
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;{:10 Das!,roblcm der jüdischen Sittcnlcbre. die Folgerung für den Menschen aus < 1 em I^rinי*ij> der (Jottheit; sondern das Priiieip <Uvr (jottheit kann nicht; anders entfaltet, nicht, anders detinirt werden, es sei denn durch die Sittenlehre. Fs besteht■ eine unabtrennbare, unaullösliche Finheit zwischen der jüdischen Sittenlehre und der jüdischen (lottesiehre. l)iese Fnvägnngen bähen das Problem einer jüdischen Ftliik von einer' neuen Seile benimmt. Die jüdisch(' Sitleiilchro ist nichts anderes als die jüdisch*‘ < > laubciislchre. Daher konnte es in dem (Jedanken und der Tendenz dm־ Fnterscheidung niemals bisher eine besondere jüdisch*‘ Sittenlehre «;־eben. Und es darf fortan (‘in*‘ solch(' nicht geben. 1111' (Jedankeist• ein vorhängnissvoller Irrt hum; und zwar ebenso ein sachlicher, wie ein historisch(‘!־ Fehler. Indessen könnte man meinen, dass die llerausarheitung der sittlichen (Jrundgedanken aus dem selbstverständlichen Kern der < llaubeiislehre t rotz dieser Uedenken ein zulässiges und ein verdienstliches rnternehmon sei. Der gediegenste und d*‘r un/.weilelhaftest(׳ < llaubensinhalt ist doch, als solcher, der allgemeinen Wissenschaftlichkeit und ihrem Kulturinteresse entrückt. Zudem bildet er einen (Jegcnstund des schwierigsten weitgochichl 1 i<* 11 <* 11 Streites. Sollteesda 11 i* 111. lehrreich und wegweisend sein, dass von den strittigen (Jlaubcnssätzen abgesehen, und auf di•‘ Finheit de!־ Sittlichkeit rekurrirt wird, in denen alle (llaub*׳nsj»artei*־n, so könnt*1 es scheinen wollen, einig seien? Fs ist di*1 letztere Meinung ein*• Illusion. Scharfe dogmatische (legensatze sind nicht denkbar ohne ethische Differenzen. Fmsomehi־ aber könnte man meinen, sei der Flau wünsehenswerfh, dass über die Fihik Finstimmune erzielt werde, damit■ von ihr aus etwa auch die dogmatischen (Jegensülze zur Ausgleichung oder zur Milderung gelangten. 'Wir miiss<11׳ darauf beharren: dass in diesen! (!*,danken wohlmeinender Toleranz eine grundsätzlich*• Illusion st «*!־kt■; aber wir können jetzt darüber hinweggehen. Wir woilen *׳innial aimelinu‘1), eine Ftliik des .Indentliums s*• i ij! *lernjetzt■ betraciiteten Sinn*׳ erstrebenswert!!: dass *lie sin .liehen Frineijden aus den < lestalt ungen der (ilaubenslelire heraiisgearbeitet würden. Dann würde da-s!,rohhmi einer sol<•})<•n b■ 111 ik um *•in*‘ neu*‘ Schwierigkeit \vac.hs(m. Man 111:1[; die Selbständigkeit, die man dem Autor eines solchen Werkes zugesteht, so unbeschränkt als möglich denken. Und man soll auch darüber nicht zum Krittler worden, dass man die Verantwortlichkeit seiner persönlichen Art von Philosopliie nicht in Finklang zu bringen vormöehtu mit dem geschlossenen System der jüdischen (Jlauhenslchrc. Mail mag einem solchen Autor vollauf zugestehn, *lass er aus seinem Kopfe die