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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1899-01-01 · Heft 9 · p. Seite 386

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
43 (1899)
Issue
Heft 9
Article
Das Problem der jüdischen Sittenlehre
Date
1899-01-01
Page
Seite 386 (sequence 2)
Language
German
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38 (> Düs Problem der jüdischen Sittenlehre di»• Aufnahme eines Modewortes; sondern es war lebendiges Interesse und fruchtbare Einsicht für historisches Denken, dass di(1 jüdische Kelbnntheologie den Legnlf der Entwicklung hervorhob. und unter seiner Fahne die Wissenschaft des jiidisehen Alterthunis und der jüdischen Geschichte in begeisterte Fliege nahm. Das Judenthuni schlicsst nicht etwa innerlich mit der Entstellung des Uhri>te1*.th1hns ah. Und was nachher gekommen ist, steht nicht etwa unter dem lhmne einer iuisserlirhen Fraktion und hYstauration; sondern es ist Lehen von seinem ursprünglichen Lehen, das immer wieder sieh verjüngt. So bildet das .ludeiitlmm in der Thal־ in seiner mehrtausendjährigen Geschichte, s<» schwierig die Annahme dünkt, eine unleugbare Art von Einheit. Aber für das Problem seiner Sittenlehre steigert sieh dadurch die Schwierigkeit־ so sehr, dass sie unüberwindlich scheinen konnte. Denn zuvörderst ergiebt sieh aus dieser Detrachtung mit NnthwemligkeiL dass die Ermittlung der jüdischen Sittenlehre eine Aufgabe der geschiehtlidien Forschung ist. Und für di(* Darstellung der jüdisdien Sittenlehre entsteht die unabweislirhe Eord(*nmg, dass sie auf dem Grunde der geschichtlichen Eorselmng ruhen, von diesem gesicherten und zu si Lernden Fundamente aus sich erlitten, und an diesem Niveau sich coutroliren muss. Olim* die ges; hh htiirhe Uontrole wi'mh* der Dar- Stellung aller Halt und alle Fassung fehlen. ])er Willkür lmmilctischer Phnntasir würde inan [»reisgegeben sein, wenn ni< ht das 11is(oris:he Princi]» d(*r Entwicklung die Untersin hang leitete. Fntersu< liung und Erforschung gehören auch ' im Sprachgebrauch der jüdischen Wissenschaft zusanumm. Und erst aus der letzteren soll sich die mit ihr sprachlich verwandt(* auslcgemle Darslellung ergeben. So ist di(* jüdisch(‘ Sitten lehre zu allernächst und für jede methodische Piohandlung derselben (1in Problem der jüdischen Alterthunis- und i iesehielitswissenschaft. Man macht keine Christliehe Sittenlehre ohne Voraussetzung und ohne Zusammen hang mit der biblischen Exegese und mit der christlichen Literaturmul Dogmengcsi hi; lite. So auch, und umsomehr, je ausgedehnter ihre historische Grundlage ist, ]miss die Darstellung der jüdischen Sittenlehre, auf der Hibolforsehung beruhen, und zudem auf der jüdischen Alterthumswissensehaft über das weite Gebiet der Talmude und Midraschim. Dazu kommt noch die unabweisliche Zugabe der späteren Entwicklung, wodurch sh h das historische Problem immer mehr steigert und verfe.stigt.

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