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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1899-01-01 · Heft 8 · p. Seite 375

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
43 (1899)
Issue
Heft 8
Article
Die älteste Geschichte der deutschen Juden in Hamburg
Date
1899-01-01
Page
Seite 375 (sequence 6)
Language
German
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l)ie älteste (»esehiehte < 1«'r deutschen •IikUmi in Hamburg. 375 \yh' Dr. Mayor entrüstet behauptet 1 2 3 4 5), sclioint richtig zu sein, worin auoh untor den Synagogen mir kloinoHetstuben zu vorstohon sind. Jodo dor 5‘׳ Gemeinden hattt* boroits iliro Metstube in dor Altstadt, die Hamburger und Altonaer beide am Alton AVall, dio Wandsl»okor zuerst an dor Horrlichkoit (in dom ohomals von don Portugiesen benutzten Hause), später am Sehelongang-). ln dor Neustadt aber befanden sieh damals selmn eine Anzahl von Hotlokalen; wenigstens worden uns solelio am Ellern Steinweg (-״ dem heutigen Allen Steinweg) und in der Elbstrasso genannt•1*) (vermuthlieli von der Altonaor Gemeinde), und auch die alte Hamburger Synagoge am Neuen Steinweg und eine Wandsbeker in der Pctorsgasse scheinen schon zu jener Zeit bestanden zu hahorr1). Dies(‘ heimlich errichteten Synagogen erregten Dr. Mayerks heftigen Zorn und gaben ihm sogar Anlass zu ehrenrührigen Hesehuldigungen gegen einen Amtsbruder (llorbius), den er allerdings auch sonst; aufs schärfste befehdete und durch unablässig(‘ Hetzereien schliesslich aus Amt und Stadt verdrängte־’'). Mayer's grosse Popularität macht es erklärlich, dass seine judonfeinlichen Reden nicht, ohne praktische Folgen blieben und zu feindseligen Rosehlüssen der 1 Bürgerschaft gegen die Juden Anlass gaben. Als nämlich der Senat zu Heginn des Jahres 1 (>D7 in (leldverlegenhoit war, erklärte die Hiirgerschaft sich nur dann bereit, die Vermögenssteuer von 1.J Proocnt zu bewilligen, wenn den Juden hochdeutscher und portugiesischer Nation ausserordentliche Geldzahlungen und auch grösser(‘ Me- Schränkungen aulerlegt würden. Dio auferlegten Meschränkungen, namentlich das Aufgeben der Synagogen, das Verbot, Lampen an sichtbarer Stelle anzuzünden, christlich(‘' Dienstboten zu halten etc. waren für die Portugiesen weit einplindlieher, da sie in ihren bisherigen Hechten verkürzt werden sollten. Die (leidsumme aber war für die Hochdeutschen empfindlicher, die nur wenige Reiche in ihrer Mitte hatten, dabei aber eine grössere Zahlung leisten sollten als die Portugiesen. So ist es erklärlich, 1) vgl. Schudt, Jüdische Merck Würdigkeiten 1, pag. 385. 2) vgl. Xeddermcyer, Topographie v. Hamburg, pag. 245. 3) Extract. Prntoc. v. 4. März IC98: aus dem Zeugenverhör wegen der Juden und dero Gottesdienstes Contiimirung (Acten des Staatsarchivs). 4) Neddermeyer, a. a. O. 5) Job. Fr. Mayer, Gelinde Züchtigung etc. (llamburg 1094) S. 7: — (llorbius) ..siebet denen Ketzern durch die Finger, nimmt 15(MK> Thaler und übersieht denen ungläubigen Juden, dass sie Schulen mögen erlangen oder die alten, so sie seihst eigenmächtig an ge richtet, behalten.״

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