Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1899-01-01 · Heft 7 · p. Seite 323

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
43 (1899)
Issue
Heft 7
Article
Die älteste Geschichte der deutschen Juden in Hamburg
Date
1899-01-01
Page
Seite 323 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2829132-2829727-2829735-2882061--29401-2882110
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Die Sil toste Geschichte der deutschen Juden in Hamburg. 323 Für die Hamburger ״Hochdeutschen“ hatte die Voreinigung mit de!11 Altonacrn allerdings eine Enttrcmdung von ihren bisherigen Gönnern, den Portugiesen, zur Folge, Diese sahen in der neuen Verbindung fine Verletzung der mit ihnen getroffenen Vereinbarungen und lösten nun ihrerseits gegen Ende des .11111 res 1G7 1 die Union mit den Deutschen auf 1). Die Deutschen scheinen aber keinen Anlass gehabt zu haben, diesen Hrueh mit den Portugiesen zu bereuen. Vielmehr wurde sehr bald klar, dass die Portugiesen trotz ihres grösseren Ansehens bei den Hamburger Behörden den deutschen Juden keine zuverlässige Stütze bieten konnten. Wurde dem Portugieseil doch seihst im Januar 1G7.3 durch die heftige Agitation des geistlichen Ministeriums in der Fragt* des Synagogenbaues eine schwere Niederlage bereitet2). Die ungünstig(‘ Strömung, die sich damals den Portugiesen gegenüber bemerkbar machte, verfehlte auch ihre Einwirkung auf die deutschen Juden nicht. Der Windischgraetzer Keeess, (hu* im Frühjahr IG74 die DilVerenzen zwischen Kat und Bürgersehaft für kürzt‘ Zeit beilegte, enthielt auch die Bestimmung, dass die Juden, (d. h. die hochdeutschen Juden) aus der Stadt geschafft werden sollten; allemal, wenn sie hereinkömen, sollten sie den Geleitsgülden bezahlen und über 3 Tage nicht geduldet werdena). Das ist nur eine Wiederholung desselben Ausweisungsbefehls, der 1G4P auf Grund eines Beschlusses der Bürgersehaft gegen sic ergangen, aber nach einigen Jahren thatsächlich durch den Senat ausser Kraft gesetzt worden war. (s. oben S. 27b). Diesmal liess es der Senat aus practischen Gründen gar nicht erst zur Ausführnng des Befehles kommen. ״Wenn man die hochdeutschen Juden aus der Stadt jagt“, so erwiderte er der Bürgerschaft, ״werden viele klein»» Hiiuser!eilig stehen, die Stadt von Leuten cnthlüsst, und zu Altona werden sie siel» niedersetzen und solches dadurch anwachsen, ist also zuträglicher, dieselben zu behalten.“ Hamburg und Altona bereits unter demselben Rabbiuat standen. Als Rabbiner von Altona wird aus Glück(‘!'* Jugendzeit U. David Hanau erwähnt, der vorher Rabbiner von ־״anz Friesland gewesen war ( Memoiren S. 31/32); sein Solu» Elias Cohn starb K>53 bei Lebzeiten des Vaters im Alter von noch nicht 40 Jahren (Grabstein 018).' M Protokollbuch p. 510, wo den Deutschen mehrere Punkte vorgehalten werden, wodurch sie die Vorträge verletzt hat Um. a) Das halb fertige Haus an der Front der Alten Wallstrasse musste auf Iieclamation der Geistlichkeit wieder ein gerissen werden. (Zeitschrift f. Hanibg. Cesch. X, S. 230). 3) Kecess vom 3. April 1674 bei den Acten des Staatsarchivs. ״21'

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.