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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1899-01-01 · Heft 6 · p. Seite 287

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
43 (1899)
Issue
Heft 6
Article
Die Vertretung der Dünner'schen Talmudglossen im "Israelit" [Rezension]
Date
1899-01-01
Page
Seite 287 (sequence 5)
Language
German
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I)ic Vertretung der DümieFschcn Talmmlglosscn im ״Israelit287 .״ andere Beweise. Stellt er doch die Sache als 80 selbstverständlich hin, dass er eine nähere Begründung gar nicht für nöthig erachtet. Wenn nun Jemand dennoch Belege iur seine Behauptung verlangt, warum vorschweigt er denn seine Beweise? Nun, sehr einfach. Solche Beweise haben eben nicht existirt und werden nicht existiren. Ja sie haben selbst im Kopfe des Verfassers nicht existirt. Man stellt eben leichthin Bohauptungen auf. Beweise für sie mag sich der Leser iminor selbst hinzudenken. Kommt dann Jemand dahinter, dass für die Behauptung auch nicht die Spur eines Beweises vorhanden sei, so müssen allerlei Künste und Spiegelfechtereien aus der argen Verlegenheit helfen. 3) Wir kommen nun zum dritten Punkte, zum Absätze, welcher beginnt: ״Aber es kommt noch besser״ u. s. w. Gogon die Behauptung, dass nach Sifra ביאת ישראל שיא לשם קדושין פוסיח, bemerkt Dr. H., es sei gar nicht nöthig, sich auf den Sifra einzulassen, da es ja ausdriieklieh in der Thora heisst' ״dass die Wittwe oder Geschiedene eines ישייאל wiederum die Hebe gemessen dürfe. Wie wäre dies denkbar, wenn der Grundsatz gälte, dass כיאה an sich ״?פוסלת מן התרומה Darauf erwidert Dünner von Amsterdam oder von Köln: ״Darf man es wirklich für denkbar halten, dass Horovitz nicht weiss, der Ausdruck פסול מן התרומה, der bei einer אימנה לכ״ג וגרושה לכ״ה besagt, die Frau werde durch ביאה für immer פסולה לתרומה, bei einer בת כהן לישראל nur solange dauert, als sic dem ישראל angehört, sobald sie aber kinderlos אלמנה וגרושה wird, in welchem Falle jede Verbindung mit dem ישראל aufgehört, sie wiederum תרומה gemessen dürfe, gleichgültig, ob die frühero Verbindung durch אירוסין oder durch ביאה stattfand? (עיי׳ רמני׳ם ה״ ת הר׳ ד' וה״ח) Wer solche Dinge übersieht, nicht weiss, oder vergessen ׳hat, der beginne noch einmal von vorn mit seinem ״Lernen״ oder unterlasse es in tulmudischen Dingen mitzureden.״ In seinem grossen Eifer merkt unser gelehrter Antikritiker gar nicht, dass er hier etwas niodergeschrioben hat, was ihn ewigem Gelächter preisgiebt. Was Dr. H. bemerkt, ist ganz einfach. Er sagt: Die Behauptung, ביאת ישראל שיא ישם קדושין פוסלת, sei *absurd, denn aus der Bestimmung, dass die Wittwe öder 'Geschiedene eines ישראל wiederum die Hebe gemessen dürfe, geho deutlich hervor, dass es lediglieh die Zusammengehörigkeit ist, welche den פסוי bewirkt, folglich kann bei ביאת ישראל שלא לשם קדושין, bei der eine Zusammengehörigkeit nicht vorhanden, von einem פסול uichfc die Rede sein. Hingegen ist es, nach der Tkooricdes Amsterdamer Gaon, das Factum, ביאה ישראי, au sieh, welches den ‘"פס bewirkt — aus einem Grunde, der sicherlich nur ihm allein bekannt ist. Warum sollte die Wittwe oder Geschiedene wiederum die Hebe gemessen dürfen? Wird denn etwa durch den Tod oder die Scheidung das Factum aufgehoben? Hört sie dann auf eine נבע1ת לישראל zu sein? Gegen dieses einfache Raisonnement können alle Caprioien Wolf Diinner’s nicht aufkomuien, und der Amsterdamer Gaon hat sich hier in einer ganz erbärmlichen Weise blamirt. Was erwidert Herr Wolf Dünner? Nun, wir werden von ihm belehrt, dass die Behauptung des Amsterdamer Gaon auch nur so zu verstehen sei, dass der פסול nur so lange andauert, als der בועל lebt. Inwiefern das eine Erwiderung sein soll auf das, was Dr. II. sagt, sieht zwar kein Mensch ein, aber wir begnügen uns vorläufig mit diesor Erklärung. Jedenfalls finden wir cs lächerlich, wenn Herr Wolf Dünner meint, dass Jemand, der den Unsinn seines verehrten Bruders nicht sofort in seiner ganzen Tiefe erfasst, in talmudischcn Dingen nicht mitreden darf. Es kann ja Jemanden geben, der sehr wohl weiss, was man darunter

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