Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 43 (1899)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Die Vertretung der Dünner'schen Talmudglossen im "Israelit" [Rezension]
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 286 (sequence 4)
- Language
- German
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286 Di« Vertretung der Dünner’schcn Talmudgloascn im ״Israelit״, dort wird ein ק״י von ר״מ angeführt, dass ein כהן seine פסול—ארוסה macht, obzwar sic augenblicklich keine חייה ist“. Gemach, Herr Kritikus. Nur noch ein wenig Geduld. Es wird sich bald zeigen, dass die Unwissenheit durchaus auf Ihrer Seite ist. Vorliiuiig stehen wir ja noch gar nicht bei Jeb.nnot 56b sondern beim Sifra, und ihnen liegt der Beweis ob, dass aus dem Sifra an Ort und Stelle sich orgiebfc, derselbe bestreite die Hatacha אירוסין דישראר פוהיץ. Haben Sie den Beweis etwa erbracht? Keineswegs. Statt dessen springen Sio zu Jebamot 56 b über und beweisen etwas, was Niemand jemals bestritten hat, dass es eine Ansicht giebt (nämlich die R. M.’s) nach welcher אירוסין באלמנה יל׳ ג פוס־ ין בתרומה obwohl פסול כהוגה nicht vorbanden ist1). Wenn Sie übrigens Jebam. 56b sich früher angesehen hätten und nicht gar so confus wären, so hätten Sie gefunden, dass es von vornherein ausgeschloss eil sei, einen Beweis dafür zu linden, dass der Sifra die llalacha אירוסין דיש ראי פוסיץ bestreite, denn bevor Sie überhaupt an אירוסין דישיאי denken können, müssen Sie sieh doch die Frage vorlegen, welcher Ansicht• Sifra hinsichtlich אירוסין באומנה לכ״ג sei. Sei es nun, Sifra rede darum von ביאת כ״ ג בא ימנה, weil er vor allem die allgemein an־ genommene llalacha;111 den Schriftvors anlehnen und sich auf den strittigen Funkt von אירוסין דכ״ג gar nicht cinlassen wolle, sei es, dass er dies darum thue, weil es thatsächlich mit den Gegnern li. M.’s übereinstimmt,— die These, dio er an den Schriftvers anlehnl, lautet; ביאת כ״ג פוסלת. Darauf wirft er die Frage auf, ob dies von ביאת ישראל ableitbar sei. Zu אירוסין דישראי aber führt keine Brücke, kein Steg. Denn um von אירוסין די ש דאי zu sprechen, hätte er vor allem von אירוסין דב״ג reden müssen. Doppelt lächerlich ist daher Ihre Verlegenheitsfrage: Wenn Sifra nicht gegen die Mischnah von אירוסין דישראי stritte, hatte er dann nicht den ק״ו von K. M. in Jebamot an wenden müssen? Ja freilich hätte er das thun müssen, wenn er mit der Wahrheit und dem gesunden Menschenverstand« auf so gespanntem Fusse wie Sie stünde. Sifra redet von ביאת כ״ג und versucht dies von ב׳'שיאי abzuleiten, KAI spricht von אירוסץדכ״ג und leitet dies von אירוסין דישרא־ ab. Und warum in aller Welt sollte der Erste 1־e überhaupt seinen ק״ו von פ׳ כהונה und פ׳ הרוגיה mit dem R. M.’s von קדושי רשות und ק׳ עברה vertauschen? Ist der seinige nicht ebenso gut oder ebenso schlecht wie jener? Um dio ganze Absurdität der Frage zu begreifen, muss mail sich vergegenwärtigen, dass es sich lediglich um einen Einwand handelt, den der Tanna des Sifra sich selber macht, um ihn dann zu widerlegen und dass ganz derselbe Ei»wruf, der den ק״ו des Sifra trifft, auch für den ק״ו R. M.’s gilt. Folglich hatte der Sifra dio Wahl ׳zwischen zwei schlechten ק״ו, und nun kommt Herr Dünner und ärgert sich darüber, dass er nicht statt des einen schlechten ק״ז den andern gesetzt hat. Unvergleichlicher Unsinn! Und damit thun Sie noch gross? Wo in aller Welt bleibt nun aber immer noch der Be־ weis dafür, dass Sifra gegen die Halacha אירוסין דישראל פוסי;ין stroitet? Wenn die obige lächerliche Frage dafür gelten sollte, so wäre es um die Behauptung des Meisters schlecht bestellt. Offenbar besitzt derselbe noch 1) Nebenbei bomerkt, w׳oist Dr. H. auf derselben Seite der Monatsschrift, S. 389, A. 2, auf eben diese Ansicht R. M’s, und‘ die sich daran knüpfende Erörterung Jcr. Jebamot 7 b hin. Und nun wird ihm dieselbe Ausicht R. M’s von H. Wolf D. als eine Neuigkeit aufgetischt, von der Dr. H. niemals nur eine Ahnung gehabt haben soll! Man sollte es״׳ nicht für möglich halten.