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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1899-01-01 · Heft 6 · p. Seite 285

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
43 (1899)
Issue
Heft 6
Article
Die Vertretung der Dünner'schen Talmudglossen im "Israelit" [Rezension]
Date
1899-01-01
Page
Seite 285 (sequence 3)
Language
German
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Die Vertretung1 der Dünnor’schen Tahnudglossen im ״Israelit*. 285 welcher Sicherheit Sie sich auf einem Gebiete bewegen, das Ihnen eine terra ineognita ist! Haben Sie schon einmal etwas von einem Manne, Namens Maimuni gehört? Derselbe sagt Hilchotlschufc, Absch.I,Hal. 2 ausdrücklich: ובאחד טל דברים איו האשד. נקנית וכ״ו ודקוחיך אגו הן הנקראין קדושין או אירוסין בכי1 מקום ferner daselbst Absch. III, Hai 3 gebraucht er von ביאה dieselben Ansdrücke wie von ואם קדש בביאה אומר יה חרי את מקודשת יי או הרי את מאורסת יי וכ״ו :בסף Der Mann war olfenbar im Talmud nicht im mindesten bewandert. Das Gleiche gilt von dem Ihnen vcrmuthlich uiclit minder unbekannten Verfasser des sogenannten Schnlehan Aruch, denn derselbe sagt Kben ha-Eser Abschn. 33, § 1: בביאה כיצד וכ״ו ואין דינה אגא כמאורסה ו;א כנשואה. Wir citircn allo diese Stellen bloss zu dem Zwecke, um die gespreizte Unwissenheit, in der Entgegnung des Meisters zu beleuchten. Für den Kundigen genügt der Hinweis auf Kidduschin 10a. Was beginnen wir aber mit der Frago: אפייו בתשעה באב יארס woraus Sie, geehrter Herr I)r., beweisen wollen, dass אירוסין niemals ביאה bedeute? Nun, sie ist in der Thab nicht zu beseitigen, und Sie können dieselbe getrost für Purim aufheben. Da Sio aber einen Bruder haben, der Wolf Dünner heisst׳, und der ״auch״ ein sehr gewiegter Talmudist ist, wollen wir diesem mit einer gleichwertigen Frage aufwarten: Nach der Analogie Ihres Beweises ist nämlich auch der Schluss gestattet׳, dass קדושין niemals ביאה bedeuten könne. Denn da es einerseits heisst: האיש מקדש בו ובשלוחו, und da andererseits ביאה ע״י שריח sicher ein Konsens ist, so ergeben sich die ungeheuerlichsten Widersprüche gegen andere Mischnajot, aus denen klar hervorgeht, dass unter קדושין wohl ביאה zu verstehen ist. Indcss mit Fragen für Purim sind Sie ja genügend versehen. Sie brauchen bloss das ״bekannte Talmudwerk von Dünner,“ wie Sie sich ausdriieken, vorzunehmen und Sie haben Stoff für alle Ihre geehrten Pescendenten und Ascendenten. 2) Auch gegen die Halacha אדוסין פוסיין soll Sifra streiten zum Erstaunen aller im Talmud nicht Eingeweihten. Denn es ist gar nicht einzuschcn, in welchem Zusammenhänge hier anstatt von “ביאת ישיא von 1אירוסין דישראי hätte die Kode sein können. Der Sifra stellt die These auf: ביאת ב״ג פוס־ ת und gelaugt zu derselben durch die Doduetion von לאיש. Dann wirft er selbst die Frage auf, ob nicht etwa ביאת כ"נ durch einen ק״ו von 1ביאת ישראי sich ergehe, so dass die Peduetion überflüssig wäre. Darauf erwidert er, der vermeintliche ק״ו sei hinfällig, und folglich sei die Ableitung aus לאיש nothwemiig. Wie nun hätte der uns vorliegende יק״ו der. beweisen soll, dass פסור תרומה weiter als פסו,1 כהונה reiche, anders lauten sollen, als er wirklich lautet? Hätte er etwa lauten sollen: ומד. אם ישיא* שאין אירוסין פוס^ין אותה מן הכהונה אירוסין פוסרין אותה מן התרומה א^מנה יכ״ג שאירוהין פוסיין אותה מן הכהונה אינן דין שביאתו פוסלחה מן התרומה? Das wäre, abgesehen von allem andern, פתח בכד וסיים בחבית. Oder sollte der Schluss lauten: אינו דין שאירוסין פוסלץ אותה מן התרומה? Aber der Sifra redet ja gar nicht von אירוסין דכ״ג; seine These lautet ja vielmehr: ביאת כ׳יג פוסלת. Doch man denke sich den Schluss, wie ־immer man wolle, wir haben uns auf alle diese Weitläufigkeiten nicht einzulassen, Dr. H. bemerkt kurz, dass von אירוסין דישראל im Vordersätze schon darum nicht die Rede sein könne, weil cs dann im Nachsatze jedenfalls hätte heissen müssen: אלמנה רכ״ג שאירוסין פוסליןאותה מן הכהונה während bekanntlich כסף ושטר חללות nicht bewirken. Was erwidert D. hierauf? ״Hätte Dr. H.,“ sagt er, ״die Stelle Jebamot 5Gb sich angesehen, so würde er wohl zu seinem grossen Schrecken wahrgenommen haben, welche Unwissenheit er hier niedergeschrieben hat,

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