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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1899-01-01 · Heft 6 · p. Seite 280

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
43 (1899)
Issue
Heft 6
Article
Die älteste Geschichte der deutschen Juden in Hamburg
Date
1899-01-01
Page
Seite 280 (sequence 10)
Language
German
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280 Die älteste Geschichte der deutschen Juden in Hamburg. unter den tedescos zu Aufsehern ernannt, denen die andern gehorchen mussten1 *). — Die Aufsicht der Portugiesen über die tedescos erstreckte sich auch darauf, dass nicht mehr ted. in Hamburg wohnten, als die gestattete Zahl betrug. Wir finden, dass hin und wieder einzelnen, die sich ohne Krlaubniss in der Stadt festgesetzt hatten, mit Anzeige hei den Staatsbehörden und mit Ausweisung gedroht wurde. Doch die so Betroffenen wussten meist einflussreiche Fürsprecher in der Portugiesengeineinde zu gewinnen und durch diese noch weitere Duldung zu erlangen-). Im ganzen aber wurde den Deutschen das Verhältnis« der Unterordnung, in dem sie zu den Portugiesen standen, recht■ fühlbar gemacht. Sie mussten sich z. B. Verordnungen gegen zu grosses Lärmen bei den tedesco-Hochzeiten gefallen lassen; solche übergrosse Lustigkeit, wie die tedescos sie manchmal liebten, sollte in den Poriugiesenhäusern nicht geduldet werden3). Wie es scheint•, waren die Portugiesen gegen lärmende Festfreude bei den ted. emplimllieher als bei ihren eigenen Festen, die sie mit grossem Pomp zu feiern liebten. Die deutschen.! uden, die unter portugiesischer Oberhoheit inITambürg lohten,blieben übrigens nichtlangein dein Verhältnissdcs bloss empfangenden Theils. Fünf Jahre nach ihrer Aufnahme beschliesst der Mahamad, dass die tedescos Abgaben an die Gemeinde zahlen sollen. Nach erfolgter Mittheilung dieses Beschlusses an die ted. erselieinen zwei von ihnen vordem Mahamad und willigen im Namen aller in diese Zahlung ein4). Weitere f> Jahre später (B>(>4) haben wir schon einen bedeutenden Fortschritt in der Selbstverwaltung der tedescos zu verzeichnen. Es erscheinen nämlich damals vor der portugiesischen Junta (d. i. Gemeindeversammlung) zwei ״Parnassim do Kilü do Tedescos,“ Nathan bar Aron und Nathanael Forst•'») und führen über unerlaubte Einwanderung ausländischer tedescos oder polakos Beschwerde. Sie bitten, dass künftig gegen solche, die ohne ausdrückliche Erlaubnis des Mahamad und der deutschen eongrogayao (_. Gemeinde) einwandern, mit der Strafe des Cherem von seiten der portugiesischen l) Protokollb. ן). ‘Jl. Aus ili es cm Aufseherainte entwickelte sich in den (JOer Jahren das Amt von Vorstehern der deutschen Gemeinde, s. unten. ע) p. 07/58. 3) p. 147*. ‘) Protok. p. 154. f׳) Nathanael Fürst, bekannt als Sohn des hochangesehenen Vorstehers Ohajjim Fürst (gestorben 1053, Loichonstein 855 in Altona, vgl. Glückei v. II. p. 25 u. 32), selbst als Gemeindevorsteher gestorben 1G82 (Grabstein 8G8).

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