Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 43 (1899)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Die älteste Geschichte der deutschen Juden in Hamburg
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 278 (sequence 8)
- Language
- German
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278 Oio älteste Geschichte dor deutschen Juden in Hamburg. ihren Worten (die c. IGflO niedergeschrieben sind): ״So ist es geblieben bis auf den heutigen Tag, und ich fürchte, dass es immer so bleiben wird, so lange die Hürgerei in Hamburg regieren״ (p. 27), d. h. so lange der Einfluss der Bürgerschaft den des toleranteren Senats überwiegt1). Ausser den bisher erwähnten deutschen Juden, die sich auf ihre Verbindung mit Altona und ihr Verhültniss als dänische Unterthanen stützten, gab es um die Mitte des 17. Jahrhunderts auch schon eine Anzahl deutscher Juden in Hamburg, die durch Anlehnung an die officiell anerkannte Portugiesengemeinde sich die Möglichkeit zum Aufenthalte in der Stadt verschallten. Uebef diese giobt uns ein altes Protokollbuch der Hamburger Portugiesengemeimle־’) werthvolle Aufschlüsse. In diesem Huche, das im Herbst 1G;V2 beginnt, stellt zum Jahre 1004 ein Verzeichniss der deutschen Juden (Memoria dos Judeos) aufgeführt, die als ״Diener der portugiesischen Nation“, also ohne persönliche Erlauhniss von seiten der Behörden, in Hamburg wohnten. Ihre Namen waren von der portugiesischen Gemeinde- Verwaltung dem präsidierenden Bürgermeister zur Eintragung angegeben (Protokollbuch, pag. 30). Die Familiennamen der Aufgenommenen zeigen zum Tlieil echt deutsche Färbung; es begognen Namen wie Philip Hur (--- Hauer), Mose Augsburg, Daniel Geist, freilich auch Mosche Lulab, Loch Stubeg, Maier Mul, Chaim David u. a. — Aus welchen Gegenden Deutschlands diese Schützlinge der Portugiesen stammten, erfahren wir nicht. Ich sehe auch nicht, worauf die bestimmte Angabe eines sonst zuverlässigen hamburgisehen Gelehrten^) beruht, dass diese b Ganz im Liuklang mil diesem (»erirhie erzähli uns Srhudt in srium ״Jiidixhen M nvkw ü. d;gl,ritnr י i, 3 .יןS2 dass die deutschen Juden in Ilamhurir jj*• /.w unu<*!ו v.aivn. 1;aeh Allmia in dir Sv na u'ngc zu und inet schadenfroh ■hinzu: ~NY<־il rs nun drn .luden. sonderlich im NN intrr und hri angehendem Srhabbrs srh»־ hr>1-h\vcrlieh gefallen, narb Altona in!1 ir S\ nagogr zu grh<׳n. imirm si<• über Nacht in Altona hatten Idribrii mi’is.srii, .so liabrn sir si« h lirim 1 ich in .1 udenliiiu.xT ־zusammr.1t In■־ geben und da ihmi Yrnnrint 1 i< ■hm Gottesdienst verrichtet, t111 b * * lirimlieben Zusammenkünfte dann der Herr Mdzardus, sobald rr solche ־״«,wahr wurde, zerstöret und iliurn oftmals dir Bücher \voggrnnm1m*n.u Gemeint, ifc;t der lutherische Prediger Esdras Kdzardus, dm* durch seine Beziehungen zu dein portugiesischen Cliacham I.)avid Cohen de Lara, aber auch durch seinen fanatischen Bekehrungseifer gegenüber den Juden bekannt geworden ist. Vgl. Graetz Hd. 10, p. *202. '2) Von •mir, wie schon früher, mit gütiger BeihiUft, des Herrn J.Oassuto benutzt. Das Buch ist einer der wenigen Leberrestr der Gemeinde* act-cn, die grösstentheils mit der portugiesischen Synagoge dem Brande von 1842 zum Opfer Helen. :{) Neddermeyer, Topographie von Hambu’rg (1832), S. 245.