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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1899-01-01 · Heft 6 · p. Seite 273

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
43 (1899)
Issue
Heft 6
Article
Die älteste Geschichte der deutschen Juden in Hamburg
Date
1899-01-01
Page
Seite 273 (sequence 3)
Language
German
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Die ällostc <i1*srhi«:hte der deutschen Juden in Hamburg. 273 Kamburgerin in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts verfasst sind und höchst werthvolle zeitgenössische Angaben über die Geschichte der deutschen Juden in Hamburg enthalten. Diese sehr wichtige Quellenschrift, deren Zuverlässigkeit sich durch Uebercinstimmung mancher Stellen mit den Angaben in Urkünden und Grabsteinen deutlich niuhweisen lässt, gewährt uns die Möglichkeit, die Geschichte der deutschen Juden in Hamburg und Altona bis nahe an ihren Anfang zurückzuverfolgen und das sonst etwas dürftige Bild dieser Gemcindegeschichte im 17. Jahrhundert durch mancherlei Einzelheiten zu vervollständigen und zu beleben. In der Duldung der Juden gingen die Schanenburger Grafen, die Landesherren der Grafschaft Pinneberg, die sich auch sonst durch Toleranz gegen Andersgläubige auszeichneten, dem benachbarte 11 Hamburger Freistaate voran. In dem damaligen Dorfe Altona sowie in dem daran anstossenden Ottensen erhielten bereits 1584 (wie aus einer Urkunde im Hamburger Staatsarchiv hervorgeht) einige Juden vom Grafen Adolf VIII. von Schauenbürg das Niederlassungsrecht. Um dieselbe Zeit suchte in Hamburg eine Gesellschaft von 12 jüdischen Familien aus dem Lippe’schen, in deren Namen der Perlenhändler Isaak der Alte von Salzuffeln die Verhandlungen führte, um Aufnahme nach1). Den Bittstellern war die Niederlassung in Altona bereits gestattet; aber es war ihnen mehr darum zu thun, auf Hamburger Gebiet Wohnsitz zu erlangen, um ungestört in dieser Grossstadt Handel treiben zu können. Aber trotz des Anerbietens eines hohen Schutzgeldes (3000 Thaier zum Einzuge und darnach alljährlich 200 Thaier) wurde ihre Bitte —־ wie es scheint, auf Betreiben der lutherischen Geistlichkeit — vom Käthe abgelehnt. Offenbar scheute man sich damals noch in dieser streng lutherischen Stadt, Juden, die sich offen als solche bekannten, den Zutritt zu gewähren. Dass zu gleicher Zeit sich schon portugiesische Juden in Hamburg auf hielten, darf uns nicht Wunder nehmen, da diePortugiesen (wie oben erwähnt) damals gar nicht als Juden erkannt wurden. Als sie endlich Farbe bekannten und 1612 ihren Contract erhielten, waren sie unzweifelhaft noch die einzigen Juden in der Stadt; der Aufenthalt deutscher Juden daselbst war auch noch weiterhin aufs strengste verpönt. In Altona mehrte sich unterdessen, Dank der Milde und Toleranz der Schauenburger Grafen, die jüdische Bevölkerung. *) Vgl. Lappenberg, Zeifcschr. f. H&mbg. Gesch. I., S. 286. Reils ebd. Bd. IL, S. 157 ff. Monatsschrift 43. Jahrgang 18

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