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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1899-01-01 · Heft 6 · p. Seite 257

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
43 (1899)
Issue
Heft 6
Article
Aus der Zeit der Renaissance
Date
1899-01-01
Page
Seite 257 (sequence 8)
Language
German
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Aus der Zeit der Renaissance. von Cusa den Führer des Maimonides zwar noch benutzt-, aber doch nicht mehr in der Weise der früheren Theologen des Mittelalters. Wo er sich auf ihn beruft, geschieht es nicht zu dem Zwecke, um sich, wie es die Scholastiker z. B. bei der Schöpfungslehre thun, mit Aristoteles auseinanderzusetzen, sondern in solchen Punkten, wo Maimonides selber nicht sowohl der Lehre des Aristoteles als der der Neuplatoniker folgt. Die Lehre des Nicolaus von Ousa hat, in ihrer Abweisung der scholastischen Methode und in ihrer Anlehnung an den Gedankenkreis des Mysticismus einem Bedürfnis der Zeit entgegenkommend, in der Periode der Renaissance zahlreiche Vertreter nicht nur in Deutschland, sondern auch in arideren Ländern gefunden und ist von diesen bald nach der einen, bald nach der anderen Richtung hin weiter fortgebildet worden. In Frankreich war es Jacobus Fab er Stapulensis (geb. um 1420 zu Etaples in der Diocese Amiens), der dem Nicolaus von Ousa zuerst seine Aufmerksamkeit zu wandte und durch seine Vorlesungen wie durch die von ihm veranstaltete zweite Ausgabe der Schriften des Cusanersr) der Lehre desselben in seinem Lande Eingang verschärft hat. Faber gehörte, ohne gerade in der Wissenschaft ein schöpferischer Geist und im Lehen ein Mann von besonderer Initiative zu sein, doch zu den hervorragendsten Gelehrten seiner Zeit und hat auf den verschiedensten Gebieten eine anregende und in ihrer Bedeutung nicht zu unterschätzende Wirksamkeit ausgeübt“). Mit den Vertretern des Humanismus in Verbindung stehend und von der in diesem Kreise herrschenden Begeisterung für die zu neuem Leben erweckten Wissenschaften und besonders für die Litteratur des Alterthums erfüllt, gab er sich eine Zeit lang ausschliesslich seinen wissenschaftlichen Studien hin. Wie er als Lehrer die Verbreitung philosophischer und mathematischer Kenntnisse zu fördern suchte, so erwarb er sich durch die von ihm vorfassten und von seinem Schüler Jodocus Clichtovaeus herausgegebenen Einleitungen und Paraphrasen zu mehreren aristoteliist, lautet das Titelblatt: Rabbi Mossoi Aegyptii dux seu director dubitantium aut pcrplexorum. Im Buche selbst lautet die Uebcrschrift: Incipit Über Rabbi Moysi Aegyptii, qui dicitur dux Neutrorum aut dubiorum, hoc cst director dubitantium. l) Accurata recognitio trium voluminum operum clarissimi P. Nicolai Cusae Card. Paris, apud Jod. Badium Asc., 1514. 9) Ygl. über Fabor’s Lebou und Schriften K. A. Graf, Jakobus Faber, ein Beitrag zur Geschichte der Reformation in der Zeitschrift für die historische Theologie 1852, Heft 1—2; G. Bonet Maury in der Real־ encyclopädie für protestantische Theologie und Kirche3 V. Band, S. 714 fg. Monatsschrift43 '׳. Jahrgang. 17

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