Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 43 (1899)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Aus der Zeit der Renaissance
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 255 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 80% known words query
- IRI
…/2829132-2829727-2829734-2881994--29320-2882019- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Aus der Zeit, der Renaissance. \>;>5 reinen Erkenntnis der Wahrheit gelangen wollte. Dafür dass eine Erkenntniss des göttliclien Wesens vermittelst der mensehliehen Vernunft nicht zu erreichen sei, beruft er sich auf den Ausspruch eines Rabbi Salomon, nach dem alle Weisen darin übereinstiimnten, dass keine Wissenschaft zur Erkenntniss Gottes führe, und nur Gott selber sein Wesen zu erkennen im Stande sei, dass alle Erkenntniss in Bezug auf Gott nur in der Erkenntniss der absoluten Unerkennbarkeit Gottes bestelle. An einer anderen Stelle sage derselbe Autor am Schlüsse seiner Ausführungen: ״Gelobt sei der Schöpfer, bei dem alle wissenschaftliche Forschung sich als zur Erfassung seines Wesens unzulänglich erweise, die Weisheit sich als Unwissenheit, der Schmuck der Rede als ein Stammeln darstelle1).‘1 Wer ist dieser Rabbi Salomon? Kein Anderer als Maimonides, aus dessen ״Führer“ beide Citate geschöpft sind2). Wie Nicolaus von Cusa hei seiner Vertrautheit mit dem Werke des Mose ben Maimon zu dieser noch an zwei anderen Stellen wiederkehrenden Namensverwechslung gekommen sei, dafür weiss ich eine Erkliirung nicht zu geben. An der zweiten Stelle ist von den verschiedenen Gottesnamen die Rede, wobei Nicolaus si*־h auf Hieronymus und Rabbi Salomon beruft, die beide diesen Gegenstand eingehend behandelt hätten:i). Auch hier ist unzweifelhaft Maimonides gemeint4). An der dritten Stelle, wo des Rabbi י) Re clocta ignorantia I, cap. 10, pag. 11. Et ad hoc concordanter ait Rabbi Salomon, omnes sapientes convenisse, quod seientiae non appre־ hendunt creatorein, et quod non apprehendit, quod ost nisi ipse, et apprehensio nostra respcctu ipsius deicctus appropinquaudi apprehensioni ejus. Et propterea idem alibi concludcns dicit: Laudctur oreator, in cujus essentiae comprehensione inquisitio sc.icntiarum abbreviatur et sapiontia ignorantia reputatur et elogantia verborum fatuilas. Ras erste Citat lindet sich More I, cap. 59 und lautet bei Munk (Guide I, S. 252) wie folgt: Tous, ancicns et modernes, ent declare que les intelligences 11c sauraient pcrccvoir Rieu, quo lui seul pergoit ce qu’il est, ot que le percevoir, c’est (de reconnaitro) qu’on est impuissant de lc perccvoir complctcment. Das andere Citat bildet den Schluss von More 1, cap. 58 und lautet bei Munk (Guide 1, S. 248): Louange ä ceiui, qui (est tcllemcnt eleve que) lorsque les intelligences contcmplent son essence, k'ur comprehension so change en inc&pacite, et lorsqu’clles examiuent, commcnt scs actions resultent de sa volonte, lour Science se change on iguorancc, ct lorsque les langues veulent le giorilier par des attributs, toute eloquence devient un faible balbutiement. 3) Do docta ignorantia I, cap. 24 (de nomine Dei et thcologia afTlrmativa) Schluss pag. 20: De quibus (sc. nominibus Dei) Hieronymus et Kabbi Salomon in libro ducis neutrorum extenso tractant. Ueber den Titel: dux neutrorum vgl. ,weiter. 4) Uebor die Gottesnamen handelt Maimonides More I, cap. 61. 62. 63.