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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1899-01-01 · Heft 5 · p. Seite 220

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
43 (1899)
Issue
Heft 5
Article
Die Haggada bei den Kirchenvätern und in der apogryphischen Litteratur
Date
1899-01-01
Page
Seite 220 (sequence 4)
Language
German
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220 Pie; Haggada hoi den Kirchenvätern und in der apokryphisehen Litt. der Auferstehung. von welchen die Kirchenväter es übernahmen, und nun ist es sehr interessant zu bemerken, wie auch aut christlichem Hoden eine der vom Midrasch erwähnten ähnliche Modiiication (hu* Phocnixlogende aus dogmatischen Rücksichten vorgenommen worden ist. Die Yet. Latin.1! des ersten ■lemenshriefes“ lässt nämlich nicht mehr, wie es das griechische Original übereinstimmend mit der heidnischen Sage tliut. aus der Asche des verbrannten Vogels einen ..anderen"‘ entstehen, son(h‘1־n .,derselbe״* Vogel verbrennt und entsteht wieder in seiner vorigen (Gestalt. Wir haben uns also bei der Auferstehung des ,.Menschen“ gnimi denselben Vorgang wie bei dem Phoenix zu denken, oben ,.derselbe־״, der begraben wird, stehet wieder aut‘. Noch ängstlicher scheint man. nach dem Midrasch zu urtheilen, in jüdischen Kreisen gewesen zu sein: der Phoenix durfte nicht einmal nach der späteren Anschauung gänzlich vernichtet werden; die Auferstehung wäre daun eine .. Xeuschopfung“ gewesen. So verstehen wir, warum R. Judan und U. Simon, im Gegensatz zu der geläufigen Ansicht vom Phoenix, ihn nicht aus (hu* Asche wieder entstehen lassen, sondern nur einen Regenerationsprozess annehmen. Dass übrigens im Midrasch der Phoenix nach je 1000 Jahren einem Scheintod verfällt, während es nach der ursprünglichen Sag(‘ nach je, o00 Jahren geschieht., hängt mit dem oben von uns besprochenen Midrasch zusammen, wonach all(;, die vom Haumc der Erkenntniss genossen haben, nicht länger als einen ״Tag des Herrn**, ~ ..1000 Jahre־*, leben können, und daher bezeugt der Phoenix | דזיל| gerade in dem Zeitpunkte, wo alle dem Tode auheimfallen müssen, seine Lebensfähigkeit. Wohin Adam sieh nach seiner Austreibung aus dem Pa־ radiese wandte, wird in diu* Schrift nicht angegeben, dagegen bemerkt die llaggada zu den Worten (Lun 3, 24 ,.112 מקרם?'” folgendes: בכל מקים רוח ניזרהי‘־־־. קרלט״־י. אדם חרא״טין . . ייש״ז ״ .מקרם־)Immer gewährt (hu* Osten Zuflucht, so heisst es von Adam: ״und er Hess wohnen im Osten des Paradieses die Oherubim“. Wir erwähnen diesen Midrasch, um zu zeigen, dass man bei Reconstructionen des hebräischen Textes nach den LXX nicht vorsichtig .genug sein kann. Unser Midrasch zeigt uns nämlich, dass die Uebersetzung der LXX zu unseren l) Sieh darüber Harnack, Sitzungsberichte d, Berliner Akd. 1894, p. 269 und 605 ff. ־; Gen. Hb. 21.

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