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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1899-01-01 · Heft 5 · p. Seite 205

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
43 (1899)
Issue
Heft 5
Article
Die rituellen Reinheitsgesetze in der Bibel und im Talmud
Date
1899-01-01
Page
Seite 205 (sequence 13)
Language
German
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Die rituellen hVinheitsgesetze in der Bibel und im Talmud. 20f> in keiner Weis(‘ dem häutigen Tempelbesuche als Ilinderniss dienen. III. Die eulturhistorische Bedeutung der lleinheitsgesetze. Als oh Maimonides di(* Schwäche seiner oheii angeführten ..Hinderungs“־Theori»i fühlte, fügte er ihr noch eine ander(» Erklärung der rituellen Weinheitsgesetze hinzu. Dies«‘ Gesetze, bemerkt er, weiche heim ersten Anblicke höchst drückend und lästig scheinen, hatten vielmehr zu ihrem Zwecke‘ »‘ine Fn’leichterung all’ der umständlichen und cumplicirtcn!Voceduren, mit denen die Beobachtung analoge!• Keinheitsregeln hei and(‘!־(‘!! Völkern des Alterthums V(‘rhu!1den war. Beispielsweise 11 i 111*t er einige hierhergehörige. (»(‘brauche der Ssabicr an, bei (huien die M»!nstrnir»‘nde von jeder Gtunoinschaft mit andern Person»‘!! abgeschlossen war, in einem besonder!! Hause wohnte und nicht nur durch unmittelbar(( Berührung mtieirt»‘, sondern sogar durch das Medium der Luft, wenn der Wind über sie und eine ander(‘ Person wehte. Ferner gehörte es zu ihren Sitten, dass sie alles, was sieh vom Körper ablöst, wie Nagel und Haare, als unrein betrachteten und sieh daher jedesmal, wenn sie dieselben von ihrem Körper entfernten, einer Heinigimgsprocedur unterwarfen ז!. Aus dieser Erklärung Maininnidcs' geht ebenfalls hervor, dass di»* Institution der rituellen Reinheit keinen selbständig»‘!! Xwe»*k hat, sondern nur »*in»• Gonc<‘-ssion ist, welch»• der (lesetzg־»‘b»‘r den im Volk(» eingewurzelten Gebräuchen und Anschauungen gemacht, hat. Vom eultui’historiseluui Gesichtspunkte aus heirachtet, ist d»‘r von Maimonides ausgesprochene Gedanke voll־ kommen riclitig. •Spätere archäologische und ctlmogruphischc Forschungen haben gezeigt, dass wir nicht nur in den Religionen der alt»u! Aegypter, Griechen und besonders der Perser, sondern fast aller auf niedriger Cuiturstufe stehender Völker verschiedene Vorschriften und Gebräuche finden, welche mehr oder weniger an die mosaischen Reinheitsgesctze erinnern־). lieber die Entstehung dieser Gebräuche hei י) Moreh ha-Nebuchim, III, 47; Vgl. I). Chwolson, »Ssabier und Ssabismus II, 483. ־) Genaueres hierüber bei E. Tylor, Die Anfänge der Cultnr, ins Deutsche übertragen von Spengel und Passke, II, 430—442; J, Döllinger Heidenthum und Judenthum, S. 35; Riehm, Handwörterbuch des biblischen Alterthums s. v. Reinigkeit.

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